Andrew Wyeth

Landschaften

Kunst. Gerd Hatje, ISBN: 3-7757-0764-6

Andrew  Wyeth: Landschaften

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Ostfildern-Ruit 1998 Verlag Gerd Hatje ISBN 3-7757-0764-6
Die Wiedergeburt der Landschaft aus dem Geist der Malerei

Andrew Wyeth ist in Deutschland wenig bekannt. Seine "Helga-Pictures" erschienen weiland im 2001-Verlag, aber das hat die Rezeption des vielleicht populärsten amerikanischen Malers wenig verstärkt. Es wäre verfehlt, in Wyeth den "All-American-Painter" zu sehen. Seine Sujets sind klassisch: Porträts, Stilleben - aber vor allem Landschaften. Diese Landschaften haben viele Vorfahren: Dürer, die Schule von Barbizon, amerikanische Realisten. Wyeths herausragendste Fähigkeit ist die Amalgamierung von Sujet und Struktur, die den Betrachter oft von der Wahrnehmung befreien, nur ein Bild zu sehen. Der Realismus von Wyeth glaubt - nicht etwa wie der amerikanischer Photorealisten - an den Gegenstand, sondern an seine Erscheinung. Sinnlichkeit des Gegenstands und Sinnlichkeit der Malerei werden so eng geführt, daß es ununterscheidbar wird, ob etwa Farben zerlaufen oder die Natur bunte Schlieren zieht. Müßig ist es, die Objektivität der Darstellung zu bezeugen, Bild und Gegenstand geraten in eine geheimnisvolle Äquivokation der Materie.

Der Maler geriet in den letzten Jahrzehnten immer wieder in´s Sperrfeuer der amerikanischen Kunstkritik. Er sei ein begabter Illustrator für Reproduktionen, was seine "langweiligen Originale" aufwerte. Diese Kritik kommt nicht von ungefähr, hat Wyeth doch aus seiner tiefen Verachtung für die Moderne nie einen Hehl gemacht. Die Apologeten dieser Moderne haben es ihn fühlen lassen, aber seine Resonanz, die bis zu Ehrungen durch die Präsidenten Kennedy, Johnson und Nixon führten, bei der "schweigenden Mehrheit" nicht geringer gemacht.

Tiefe und Material, laufende Farben und trockene Härte - Wyeth beherrscht vor allem neben der aufwendigen Temperamalerei sämtliche Varianten der Aquarellmalerei. Die schnell hingeworfenen Wasserfarbenpracht dürfte avantgardeverdorbenen Augen eingängiger sein als die mitunter sich im Detail verlierenden Temperaarbeiten. Wie immer der Betrachter die Kunst von Andrew Wyeth bewerten mag, eine Erholung von den Unverbindlichkeiten des hiesigen Spätexpressionismus macht es wert, die Landschaften des großen Realisten zu studieren. Wer sich auf diese Bilder einläßt, wird dann auch schnell begreifen, daß zwischen Konkretion und Abstraktion oft nur ein Pinselstrich liegt - zumindest wenn man Andrew Wyeth heißt.

Bleibt noch zu sagen, daß die Abbildungsqualität des vorliegenden Bandes herausragend ist und die rekonstruktiven Analysen des Werkprozesses auch für Profis viel zu bieten haben. Ohne Übertreibung ist es dem Verlag Hatje gelungen, einen der interessantesten Kunstbände der letzten Zeit vorzulegen. Vielleicht schaffen es die "landscapes", eine breitere Rezeption dieses Altmeisters jenseits der sich wiederholenden Postmoderne auszulösen und auch die Ausstellungsinstitute in Deutschland für diesen Künstler weit aufzuschließen.

Dr. Goedart Palm






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