Imre Wirth

Geschichten aus dem Eskimokrieg

Roman. Goldmann, ISBN: 3-442-72218-7

Imre  Wirth: Geschichten aus dem Eskimokrieg

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ISBN 3-442-72218-7

Eine sagenumwobene Eskimostadt - ein vom Kolonialismus traumatisiertes Indianervolk und die unendlichen Weiten der unwirtlichen Eiswüsten Alaska - eigentlich das Sujet für einen guten Abenteuerroman. Der Roman "Geschichten aus dem Eskimokrieg" des ungarischen Universitätsdozenten Imre Wirth spielt mit all diesen Motive auf literarisch anspruchsvolle Weise.

Der Eskimokrieg, so wird in "Geschichten aus dem Eskimokrieg" behauptet, fand zwischen 1914 und 1916 im heutigen Alaska zwischen amerikanischen Truppen und den Eskimoindianern statt. "Und da die Eskimos nirgends in der Welt eine Zeitung haben, ist dies eine erste, wenn auch späte Nachricht von ihrem Königreich und ihren Toten" heißt es im Buch.

1941 entdeckt ein Wissenschaftler in Chicago, daß er Halb-Eskimo ist. In Briefen seiner Mutter hatte er immer wieder den geheimnisumwitterten Namen Ühl gefunden, außerdem war die Rede von einem Eskimokrieg. Der Wissenschaftler reist nach Alaska. Im Lager der Delawaren bekommt er den indianischen Namen Melting Ice und macht er sich mit einem indianischen Führer und einem legendären Medizinmann auf den Weg. Ühl, so erfährt er, war einst die Eskimohauptstadt - dort, wo die schwersten Kämpfe des Krieges waren. Sie existiert nur noch in Überlieferungen der Eskimos, Überlebende des Krieges gibt es nicht. Je weiter sich Melting Ice in das Indianerreservat begibt, je weiter er sich von der Zivilisation entfernt, desto mehr verliert er den Kontakt zur Realität. Die Schilderung seiner Reise wird dabei immer wieder unterbrochen von rätselhaften Träumen, Mythen und Geschichten aus dem Eskimokrieg. Gegen Ende hin verliert sich das Buch in einem furiosen Feuerwerk von verwirrenden Bildern. Schließlich zaubert der Autor gar eine überraschende Enthüllung aus dem Hut: Der Held des Buches ist gar nicht der, für den er sich ausgibt. Außerdem war er, ohne sich daran zu erinnern, selbst in den Eskimokrieg verwickelt. Auch dieses Ereignis wird wie viele andere in der Schwebe gehalten zwischen Realität und Fiktion. Das Buch ist dann nur noch ein eigenartiges Traumbild. Es hat sich in seinem eigenen Gewirr von Realität und Fiktion verloren.

Eigentlich schade. Viele Szenen in "Geschichten aus dem Eskimokrieg" sind in dichte Traumbilder voller Gewalt, Wahnsinn, Träumen und Mythen gekleidet und packend zu lesen. Da gibt es beispielsweise das Tagebuch eines Militärgouverneurs von Alaska - ein spannendes Zeugnis menschlichen Scheiterns. "Geschichten aus dem Eskimokrieg" ist ein zwischen Realität und Fiktion komponiertes Buch, ein Buch, das den Kolonisationswahn der weißen Rasse in einer Mischung aus Mythen und wirklichen historischen Daten thematisiert.

(Christoph Steven)






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