anna Wimschneider

Herbstmilch

Bestseller. Piper Verlag, 152 Seiten. ISBN: 3-492-20740-5

anna  Wimschneider: Herbstmilch

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Die „Lebenserinnerungen einer Bäuerin“ sind keine verklärten Rückblicke auf die gute alte Zeit. Anna Wimschneider erzählt in einer einfachen Sprache, die viele Dialektausdrücke enthält. Die glückliche Kindheit ist für die Achtjährige vorbei, als ihre Mutter im Kindbett stirbt und sie die Rolle der Hausfrau und Mutter übernehmen muss. Eine Nachbarin bringt ihr bei, wie sie die kleinen Geschwister zu versorgen hat, wie man flickt, wäscht und natürlich kocht.
Ihre Brüder müssen zwar auf dem Hof mitarbeiten, dürfen aber wenigstens regelmäßig zur Schule gehen, während Anna erst die Arbeit erledigen muss: „Im Haus das ist alles deine Arbeit, das ist Dirndlarbeit.“ Ihr Arbeitstag dauert von 5 Uhr morgens bis nach Mitternacht. „Bei der Arbeit mußte ich einen Schemel mittagen, weil ich so klein war, daß ich in keinen Topf gucken konnte“. Die Autorin erzählt nicht nur von den Mühen, den Demütigungen und Entbehrungen, sondern auch von den schönen Kindheitserinnerungen und den Streichen, die sie auf dem Bauernhof erlebt hat.
Lichtblicke im Alltag sind die kirchlichen Feiertage. Es sind die einzigen Anlässe, zu denen es Geschenke gibt, die selbstverständlich zweckmäßig sind, z.B. neue Kleidung oder ein Haustier, eine Ziege oder ein Lamm, das die Kinder großziehen dürfen.
In der Schule bekommt Anna wenig mit, aufgeklärt wird sie fast gar nicht. Auf dem ersten  Fest, das sie mit 18 Jahren besuchen darf, lernt sie Albert, ihren späteren Ehemann kennen. „Wie wir geheiratet haben, waren wir so arm, das kann sich heute niemand mehr vorstellen. Das mußte man schon von klein an gewöhnt sein, sonst hätte man das nicht ausgehalten.“
Ihr Leben als Bäuerin, Hausfrau, Mutter, Pflegerin der alten Onkel und Tanten, die mit im Haus leben, ist nicht weniger mühevoll. Es ist Krieg, der Mann ist an der Front und kehrt später krank zurück. Als sie schließlich zu etwas Wohlstand kommen, wird  sie schwer krank.
Im Alter kann sie sich endlich ihren Wunsch erfüllen, ihre Geschichte aufzuschreiben. Verblüffend ist, dass Wimschneider diese ohne jede Verbitterung schreibt, jedoch anmerkt: „Wenn ich noch einmal zur Welt käme, eine Bäurin würde ich nicht mehr werden.“
Die Lebenserinnerungen von Anna Wimschneider sind keine Literatur. Der Erfolg des Buches und seiner Verfilmung mag daher rühren, dass sie ein typisches Schicksal erzählt. Viele Enkel werden sich erinnert haben an das, was ihre Großmütter berichtet haben - mal verklärt, mal anrührend, mal naiv, mal derb. Matthias Kehle

 






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