Lawrence Weschler

Mr. Wilsons Wunderkammer

Sach. Carl Hanser Verlag, 34.00 DM . ISBN: 3-446-19295-6

Lawrence  Weschler: Mr. Wilsons Wunderkammer

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In "Mr. Wilsons Wunderkammer" entführt uns der Journalist Lawrence Weschler in das Museum für Jurassische Technik in Culver City, Kalifornien. Das Naturkundemuseum beherbergt Exponate aus der Welt des Wunderbaren: "Nun, wie Sie sehen, sind wir ein kleines naturgeschichtliches Museum mit besonderem Akzent auf Kuriositäten und technischen Neuerungen. Uns liegt ganz entschieden daran, Dinge zu zeigen, an deren Ausstellung andere naturhistorische Museen anscheinend nicht interessiert sind". – so Museumsleiter David Wilson.

Im Museum für Jurassische Technik befinden sich Kuriositäten, von denen die Wissenschaft ausschließlich durch dieses Museum Kenntnis besitzt. Die Beschreibung von Herkunft und Ansicht der Ausstellungsstücke gerät zu einem Abstecher in eine Welt, wie sie ein obskurer Phantast nicht besser hätte entwerfen können. Typische Objekte sind beispielsweise ein Stück Haut, abgelegt von der Schlage, die einst Eva verführte; es gibt Obstkerne, in die eine komplette Kreuzigungsszene geschnitzt ist; ein Modell der Arche Noah; Abbildungen von Mickymaus und Johannes Paul II., aus Haaren geformt und auf ein Nadelöhr geklebt. Weitere unglaubliche Geschichten gibt es zu entdecken, so der kulturgeschichtliche Verweis auf Menschen, denen ein Horn aus dem Kopf wuchs oder die Geschichte über die Stinkameise, die in selbstmörderischer Absicht Pflanzen erkletterte. Echt hört sich alles an, was wir durch die Augen des Autors besichtigen dürfen, wissenschaftliche Beweise werden präsentiert, Zeichnungen und interessante Fotos von Ausstellungsstücken. Trotzdem schürt Weschler Zweifel, ob der Besitzer des Museums uns nicht gefälschte Naturphänomene oder mit wunderbaren Geschichten versehene echte Objekte präsentieren will. In seinem ganzen Tonfall bleibt der Autor sachlich-kritisch, Skeptiker, dem Sachbuchstil verpflichtet. In seine Beobachtungen hat er ein Quellenstudium integriert – so stößt er darauf, daß auch Unglaubliches einen historisch verbürgten Hintergrund haben kann. Die verwirrende Skepsis, die den Autor befällt, gipfelt in der Frage an Wilson, ob er dieses oder jenes Ausstellungsstück nicht selbst erfunden habe. Der Museumsbesitzer bleibt die Antwort schuldig – natürlich. Auch der Autor bleibt die Antwort schuldig, ob er das Museum für Jurassische Technik nicht überhaupt selbst erfunden hat. Als Leser ist man allerdings schon nach den ersten Seiten dieser Welt des Wunderbaren verfallen und nimmt die Mischung von Fiktion und Realität, in die Weschler seine Beschreibungen kleidet, einfach zur Kenntnis.

"Mr. Wilsons Wunderkammer" ist eine doppelbödige Sachbuchparodie mit fulminanten Wissenschaftsphantastereien, ein feines Kabinettstückchen aus dem Kuriositätenkabinett, bei denen Dichtung und Wahrheit wahnwitzig vermischt werden, daß einem Hören und Urteilen vergeht. Es ist ein Buch für alle kindlich-Neugierig, die sich Wundern und Staunen erhalten haben. Ein spaßiges Buch für die Liebhaber phantastisch gestrickter Wirklichkeitserfindungen.

(Christoph Steven)






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