Martin Walser

Ein springender Brunnen

Roman. Suhrkamp Verlag, ISBN: 3-518-41010-5

Martin  Walser: Ein springender Brunnen

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Das Erwachen eines Schriftstellers

Im Herbst 1998 erhält Martin Walser den Friedenspreis des deutschen Buchhandels und sein gleichzeitig erscheinender Roman "Ein springender Brunnen" zeigt, daß er diese Auszeichnung für sein literarisches Werk verdient.

Walser versetzt sich in seinem Buch zurück in die Person des kleinen Jungen Johann, der seine Kindheit in der Provinz in Süddeutschland verbringt.

In Wasserburg am Bodensee betreibt seine Mutter die Restauration am Bahnhof, der Vater ist ein Schöngeist und Träumer. Am liebsten spielt dieser Klavier und beschäftigt sich mit Anthroposohpie und anderem esoterischem Schnickschnack. Er sieht durchaus, daß die Familie mit den beiden Söhnen immer am Existenzminimum herumkrebst und hin und wieder leistet er seinen mehr als zweifelhaften finanziellen Beitrag zum Unterhalt mit so genialen Ideen wie dem Aufbau einer Silberfuchsfarm. Seine Lebensuntüchtigkeit im Alltag ist offenbar.

Allerdings erweckt er in seinem kleinen Sohn das Gefühl für die Schönheit, den Klang, den Zauber der Sprache, die Faszination an unbekannten Wörtern, die Johann auf Geheiß vom Vater in einem Wörterbaum sammelt, einfach nur zum Anschauen. Schon bald hat er eine bunte Mischung aus Popocatepetl, Bhagawadgita, Rabindranath Tagore, Swedenborg...

Und diese Liebe zum Wort wird dem Jungen ein Leben lang bleiben. Hat er doch auch eine Fülle an unterschiedlichen Klängen jeden Tag in der Gaststube. Das Geschwätz am Stammtisch bei dem immer öfter der Name "Hitler" und "die Partei" fällt oder sonntags die Predigten des Pfarrers.

Der Vater ist strikt dagegen, daß die Mutter in die Partei eintritt, doch sie sieht es unter dem ihr eigenen praktischen, kaufmännischen Blick, denn jetzt fänden die wöchentlichen Versammlungen der Parteimitglieder eben nicht mehr in der "Krone" statt, sondern bei ihr in der "Restauration".

Walser nutzt die Zeit des Nationalsozialismus, die Jahre 1933 - 1945 als Kulisse vor der sich seine Kindheit abspielt. Er hält den Blick des Jungen auf die politischen Gegebenheiten fest, ohne sie mit dem heutigen Wissen zu werten.

Und so ist "der springende Brunnen" in erster Linie ein Kindheitsroman, der das Coming Out und die Entwicklung eines Schriftstellers beschreibt.

Sein ganzes Bestreben gilt Walser dem Heraufbeschwören und Festhalten der Vergangenheit, so wie sie für ihn war, und die Schwierigkeit dabei schreibt er gleich im ersten Satz: "Solange etwas ist, ist es nicht das, was es gewesen sein wird. Wenn etwas vorbei ist, ist er nicht mehr der, dem es passierte." Martin Walser erweist sich als ein Meister des Wortes und er spielt virtuos mit den vielstimmigen Nuancen der erinnerten Sprache.
Manuela Haselberger, Bookinist@t-online.de






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