Olivier Thiébaut; Jean Bernard Pouy

Zwei Pulp-Krimis

Krimi. Rowohlt, ISBN: 3-499-26051-4

Olivier  Thiébaut; Jean Bernard  Pouy: Zwei Pulp-Krimis

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Olivier Thiébaut

Pulp mag keine Köter

Rowohlt 1998, ISBN 3-499-26055-7

"Pulp und die Petze" ist der erste Roman mit der Figur des Gabriel, genannt Pulp. Gabriel ist groß, schlacksig und ein moderner Robin Hood in Paris. Er tritt in Aktion, wenn ihm sein Riecher sagt, daß irgendwo etwas Unrechtes vertuscht worden ist und stellt sich auf die Seite der Schwachen.

In "Pulp und die Petze" ermittelt Gabriel in einem angeblichen Selbstmordfall außerhalb von Paris. Bérénice und Frédéric haben sich auf den Schienen festgekettet und vom Zug überrollen lassen. Der Fall scheint klar, denn die beiden haben einen Abschiedsbrief hinterlassen. Doch genau der ist es, der Gabriel davon überzeugt, daß da noch mindestens eine dritte Person im Spiel sein muß. Er wagt sich hinab in den Filz einer Kleinstadt, deren Bewohner am liebsten nur in Ruhe gelassen werden wollen. Seine Neugier bezahlt der Pulp mit einigen schmerzhaften Begegnungen mit skrupellosen Gangstern. Doch am Ende wird er nicht nur durch ein Abenteuer mit einer jungen Schönheit entlohnt, sondern nähert sich um einen Schritt der Erfüllung seines Traums...

Die Pulp-Romane leben weniger von komplex-verwobener Handlung als von ihrem Hauptdarsteller. Der hingegen wird schon im ersten Roman dieser Serie dem Leser sehr detailliert vorgestellt. Als Waise aufgewachsen, ein Mann der sich von der Gesellschaft abgewandt hat. Keine Sozialversicherung, kein fester Wohnsitz - der Pulp lebt vornehmlich in Hotels - und verschiedene, gefälschte Ausweise verschleiern seine Identität und Existenz. Dazu kommt eine Liebe zur Literatur - hier sind es sporadisch eingestreute japanische Haikus - und ein kleiner aber feiner Freundeskreis im Bistro "Au Pied de Porc à la Sainte-Scolasse", wo es die besten Schweinsfüße von Paris gibt. Seine größtes Interesse neben dem Lösen von Kriminalfällen und Frauen kommt aber ansonsten nicht - wie es in Frankreich zu erwarten wäre - dem Wein, sondern dem Bier zu, von dem der Pulp gerne viel und vor allem ausgefallene Sorten trinkt. Die vornehmlich recht kurzen Pulp-Romane erfreuen sich - laut Verlagsangabe - größter Beliebtheit in Frankreich, was durch eine Verfilmung ("Le Poulpe" ), die diesen Herbst in den französischen Kinos lief, bewiesen scheint. Eine Besonderheit ist, daß jeder Roman von einem anderen Autor verfaßt wurde, so daß Gabriel jedes Mal ein wenig anders erscheint. Es sind zwar keine hochanspruchsvollen Kriminalromane, doch trotzdem sehr unterhaltsame Lektüren, die sich vor allem für die täglichen U-Bahnfahrten eignen. Rowohlt veröffentlicht jeden Monat einen neuen Pulp-Roman, für alle die nach Gabriels unkonventionellen Methoden süchtig geworden sind.

In "Pulp mag keine Köter" bleibt Gabriel in Paris, um dort den Mord eines Clochards an einem Waisenjungen aus dem Heim aufzuklären. Leider kann er in diesem Fall nicht ganz so unauffällig agieren wie er gerne möchte, denn seine Freundin Cheryl - die Friseuse - hat ihm nach einem Streit die Haare ketschuprot gefärbt. Trotzdem läßt er sich nicht davon abhalten im Heim, in dem der Junge untergebracht war, herumzuschnüffeln und versucht noch dazu herauszufinden, was es wohl mit der reichen, wohltätigen Dame und ihren zwei Pekinesen auf sich hat. Bei seinen Ermittlungen stößt er auf eine Verbindung zwischen dem Mord an dem Jungen und dem Mord an einem Pariser Journalisten, dessen Schwester sich in ihrer Trauer nur zu gern durch den Pulp ablenken läßt. Olivier Thiébaut läßt den Pulp in seinem Roman eine Vorliebe für Lichtenberg haben, was ihn aber in keinster Weise vom Biertrinken abhält. Und auch in dieser Geschichte vom Pulp, die diesmal auch ein wenig Pariser Großstadttristesse herüberbringt, nähert sich Gabriel nach getaner Arbeit wieder ein Stückchen mehr seinem Traum...

Gunnar Michaelsen






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