Sheri S. Tepper

Hobbs Land

SF. Heyne, ISBN: 3-453-13301-3

Sheri S.  Tepper: Hobbs Land

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Auf einer kleinen, friedlichen Agrarwelt arbeitet eine Gruppe gleichberechtigter Frauen und Männer am Aufbau einer neuen Gesellschaftsordnung. Zwei Menschen, die dort leben, sind Maire Girat und ihr kleiner Sohn Sam. Sie sind von dem Nachbarplaneten Voorstod geflohen, um den dort herrschenden, brutalen Propheten zu entgehen, deren ganze Theokratie sich nur auf Haß, Intoleranz und Gewalt stützt - sie sind die Essenz der Pastoralreligionen, den großen monotheistischen Glauben der alten Erde: Islam, Christentum, Judiasmus. Diese Fanatiker rüsten zu einem heiligen Krieg gegen alle Ungläubigen. Zuvor wollen sie jedoch Maire und Sam, der inzwischen zu einem Mann herangewachsen ist, nach Voorstod locken. Zunächst ist Sam begeistert von der Aussischt, nach Voorstod zu kommen, ist er doch schon seit frühester Jugend auf der Suche nach seinem Vater. Er hat sich in einen Wahn gesteigert, wie der antike Theseus das Vermächtnis seines Vaters unter einem Stein zu finden und zu einem Helden zu werden. Dadurch hat er sich den Siedlern auf Hobbs Land entfremdet.
Inzwischen haben jedoch die Kinder begonnen, die Tempelruinen wiederaufzubauen, die von einer außerirdischen Kultur errichtet wurden, die ungefähr zu der Zeit erlosch, als sich die Menschen auf dem Planeten niederließen. Unbemerkt kehren die Götter an ihren Platz zurück und beginnen damit, sich auch auf andere Welten auszudehnen, nach Voorstod. Sam, Maire und einige Kinder werden zu Schachfiguren in einem Spiel gegen die Zeit, denn eine Armee steht bereit, Hobbs Land und das ganze restliche System auszuradieren.
Die Götter haben ihr Werk beinahe vollendet, als ein Trupp Bewaffneter von einem anderen Nachbarplaneten aus reiner Xenophobie die Tempel stürmen und die Götter töten, denn sie fürchten eine Manipulation des Bewußtseins durch diese Götterwesen (zu Recht) - jedoch fördert diese Manipulation nur die positive Eigenschaften der Menschen und unterdrückt negative (Paranoia, Xenophobie ...), der freie Wille ist nicht beeinträchtigt.

Urteil: Hervorragend durchgearbeitete logische Handlungsführung, spannende Story, herausragende Charakterzeichnung. Doch nun zum Negativen: Die "typisch weibliche" SF schlägt hier stellenweise durch. So wird zum Beispiel Sam's Suche nach dem wahren Heldentum dadurch abqualifiziert, daß die Helden als gewaltverherrlichende, gestörte Irre chrakterisiert werden, die in einer Art Macho-Wahn leben. (Was in totalem Gegensatz zu den klassischen Heldenidealen steht. So wurde z.B. Achilles, sozusagen der Prototyp, quasi zwangsrekrutiert. Außerdem hat keiner der klassischen Helden je Unbewaffnete nur aus Lust an der Gewalt getötet.) Ansonsten kann ich jedoch mit den meisten Aussagen und soziologischen Betrachtungen der Autorin übereinstimmen, werden doch in dem Dualismus "Hobbs Land" - "Voorstod" einige interessante Aspekte aufgezeigt, wie auch Kultur und Religion einer Evolution unterliegen.
In dem schon aus "Gras" bekannten Stil werden Informationen wieder nur häppchenweise präsentiert, um dem Leser die Chance zu geben, sich selbst Gedanken über ein mögliches Ende zu machen. So hat man anfangs nur die Homophonie einiger Namen mit Personen aus dem ersten Band, erst am Schluß ergibt sich ein Kontext.
Alles in allem gelungen, aber kontrovers.
(Christian Plötz)






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