Peter Straub

Koko

Roman. Heyne, München. 559 Seiten. ISBN: 3-453-04834-2

Apokalypse in Vietnam
Peter  Straub: Koko

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Apokalypse in Vietnam

Über drei Jahre hatte Bestsellerautor Peter Straub investiert, um sein bis dato reifstes und nach einhelliger Meinung bestes Werk vorzulegen. Dementsprechend rasch stieg sein Titel in der Bestsellerliste der "New York Times" auf. Auch mich hat das Buch seinerzeit fasziniert, denn es ist packend und psychologisch genau geschrieben. Horrorfreunde dürften ebenfalls die eine oder andere gruselige Stelle finden.

Die größte Bedeutung hat dieses Mammutwerk sicherlich für die Generation, die den Vietnamkrieg vor Ort oder daheim noch miterlebt hat. Denn die Erlebnisse in diesem grausamen Krieg stehen im finsteren Zentrum der Erzählung.

Handlung

Vier Überlebende aus Harry Beevers alter Vietnamtruppe haben sich 15 Jahre nach Beendigung dieses unseligen Krieges (das war 1973, also fällt die erzählte Zeit ins Jahr 1988) wieder zusammengefunden. In Singapur und Bangkok sind Leichen gefunden worden, denen man die Ohren abgeschnitten und Augen ausgestochen hatte. Das die Morde verbindende Merkmal ist eine im Mund des jeweiligen Toten zurückgelassene Spielkarte mit dem eingeritzten Wort "Koko". Genauso haben Beevers & Co. vor 15 Jahren ihre militärischen Missionen abgeschlossen. Kommt nun der Krieg nach Hause? Nein, der Mörder muss einer von ihner Truppe sein. Die Suche nach ihrem unbekannten Kameraden führt die Männer in die Dschungel des Fernen Ostens, aber auch in die Straßenschluchten Manhattans.

Etwa in der Mitte des Buches taucht ein psychopathischer Killer auf, der sich aus gründen, die erst am Ende des Buches offenbart werden, "Koko" nennt. Ein Tipp: Harry Beevers' Kindheit wird in der fürchterlich schönen Erzählung "Die Blaue Rose" erzählt. Und hier taucht Beevers als eine Art "amoklaufender Wahnsinniger" auf, wie Straub sagt. Beevers ist also eine Art Geistesverwandter von "Koko".

Fazit

Ist "Koko" nun einfach ein Weird-Fiction-Roman oder ein modisch daherkommender thriller? Wie auch immer: Den Horrfreund dürfte es freuen zu erfahren, dass die Nachtmahre des verrückten Vietnam-Desasters vor den Augen der Protagonisten und damit vor denen des Lesers finstere Gestalt annehmen. Um etliches realer und somit fürchterlicher als etwa die wandelnde Wasserleiche in "Geisterstunde" sind die Schrecken des Krieges in Straubs neuem, sprachlich herausragenden Werk.

Man merkt auf jeder Seite, wie er sein ganzes Können virtuos zum Einsatz bringt. Die detailliert herausgearbeiteten Figuren, die spannende und jederzeit bis zum Schluss überraschende Handlung sorgen jedenfalls dafür, dass man diesen Roman nicht mehr aus der Hand legt, bis das Ende erreicht ist.

Mit "Der Schlund" erschien 1993 (1995 bei Heyne) eine Art Fortsetzung zu "Koko", die ebenfalls recht erfolgreich war. Wer "Koko" gelesen hat, wird Tim Underhill wieder als Autor von "Die blaue Rose", "Der Wacholderbaum" und "Kleine Tour durch die Stadt" wiedererkennen und sich auf das Schlimmste gefaßt machen. In den vier Novellen und neuen mitunter sehr kurzen Stories, die in der Collection "Haus ohne Türen (Heyne, 1994) blickt der Autor hinter die vermeintlich makellose Fassade des Alltäglichen und entdeckt finsterste Abgründe.

Michael Matzer © 2000ff

Info: Koko, 1988; Heyne 1989, Nr. 01/8223, München; 559Seiten, aus dem US-Englischen übertragen von Uta McKechneay

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