Norbert Sternmut

Sternmut

Lyrik. Rhön, 52 Seiten. ISBN: 3-931-79615-9

Norbert  Sternmut: Sternmut

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Positiv könnte man formulieren: Norbert Sternmuts Gedichte "Sternmut" sind von großer thematischer Vielfalt, negativ läßt sich formulieren: Der Autor hat seinen Ton und sein Thema noch nicht gefunden. Der optisch nicht gerade ansprechende Band hinterläßt einen so zwiespältigen Eindruck, dass man sich weder für die eine noch für die andere Variante entscheiden möchte.
Die Gedichte selbst sind inhaltlich äußerst heterogen - um eine neutrale Vokabel zu verwenden - und meist in schlichtem Parlando gehalten. Der Autor möchte den Leser direkt ansprechen, und laut gelesen enfaltet sich die einfache Wirkung so mancher Texte: "Lesen sie mich, kaufen/ Sie mich, Ziehen sie/ Mich an, ziehen sie/ Sich aus." Pointen wie diese, haben die Texte selten - Gott sei Dank -, nahe an der Prosa sind sie fast alle. Mal wird "Lanzarote" besungen, wobei sich die karge Landschaft angemessen im Gedicht wiederfindet, mal der 9. November, wobei dieses eminent bedeutungsvolle Datum durchaus provozierend privat besetzt wird: "Linien zeichnen deine Figur/ In Kreisen und Dreiecken./ Meine Hände streicheln dich/ Rot an." Den schmalen Band dominieren Liebesgedichte. Die Liebe ist schwebend und flüchtig, die Gedichte sind oft nahe am Kitsch ("Irgendwo": Jeden abend bin ich/ Irgendwo, bist du da/ Oder dort oder hier."). Sternmut hat seine Sternstunden dann, wenn ihm illusionslose Gedichte gelingen, der Mensch ist nichts anderes als eine Maschine, der Alltag, "eine gelbe Tüte, eine Dose/Grüner Bohnen, mittelfein, /Eine Tüte Rindfleischsuppe,/ Eine Dose Ananas, Essig."
Sternmuts gleichnamiger Band ist ein Sammelsurium von Gedichten, die auf schnelle Wirkung zielen. Nicht dass der Band keine Höhepunkte hätte, nicht dass Sternmut untalentiert wäre, doch nur ganz selten gelingen ihm leichte, illusionslose und ironische Texte wie "Landnahme", in denen sogar der Zeilensprung ab und zu Sinn macht: "Gesund das Fleisch, das Land/ Die Kuh und die Bäuerin/ Weiße Milch der Kannen/ Ein Bauer stirbt nicht leicht/ Zeugte früher/ Gab es noch offene Rollmöpse/ Ganz und immer jeden Tag/ Milch der Kannen/ Geht die Jugend butterleicht/ Im Feld der Arbeit einen Sohn/Schon früh in den Reif/ Den Heizungsbauer kalt/ Im Hof der Arbeit einen Sohn/ Schon früh in den Sumpf/ Den Maschinenbauer/ Im Stall der Arbeit/ Eine Tochter... / Gesund das Fleisch das Land/ Nicht leicht starb/ Der Bauer." Zeugen und ein Sterben, das nicht leicht fällt, in Anspielung auf Celans berühmte Genitiv-Metapher "Schwarze Milch der Frühe" - das jedenfalls ist gewagt. Matthias Kehle






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