Norbert Sternmut

Der Tote im Park

Roman. Wiesenburg, Schweinfurt. ISBN: 3-932497-28-7

Norbert  Sternmut: Der Tote im Park

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Jeder kennt das russsische Spiel mit der Puppe in der Puppe in der Puppe. Bei Norbert Sternmuts Roman „Der Tote im Park“ ist die Lage etwas vertrackter. Ein Schriftsteller findet den ermordeten Geliebten seiner Freundin im Park. Er schreibt einen Roman, in dem ein Schriftsteller den Geliebten seiner Freundin tötet und diese brutal vergewaltigt. Die Witwe des Toten beschuldigt den Schriftsteller erst des Mordes, beginnt dann aber eine Liebesbeziehung mit ihm. Auch sie wird bestialisch ermordet und ihre Leiche zerstückelt. „Der Mörder hat ihr scheinbar jedes Organ einzeln herausgetrennt, sehen sie, hier liegt noch eine Fingerkuppe.“ Soweit zur Handlung.
Ansonsten philosophiert der Schriftsteller, also der Erzähler, der zuletzt von seiner Hauptfigur ermordert werden soll, über das Leben als solches, die Literatur und die Tatsache, daß man ohne Sex und Gewalt keinen Leser hinter dem Ofen hervorlocken kann. Durchaus programmatisch, halten sich Sternmut und sein Erzähler auch konsequent daran (überhaupt werden Stilmittel permanent erklärt). Für den Leser ist es kein wahres Vergnügen, auf bewundernde Ausrufe wie „So einen Großen habe ich noch nie gesehen“ die gelassene Antwort des Mannes „Na und?“ zu lesen, um gleich darauf wieder philosophisches Geschwafel über sich ergehen zu lassen. „Der Inspektor befürchtet, daß der Schriftsteller wieder in seinen inneren Welten versinkt, daß er wieder beginnt, von der ständigen Vergängnis aller Existenz zu sprechen und er befürchtete es zurecht.“ Und so geht der Roman weiter und der Leser wird erst erlöst, als der Schriftsteller von seiner Hauptfigur erledigt wird. Dem Leser geht es wie dem Inspektor, dem der Dichter nicht nur seine Romanausschnitte vorträgt, sondern auch seinen Weltschmerz in Form seiner Mißerfolge und Phantasien: „Herr Inspektor, sie wissen, ich bin Schriftsteller. Verstehen sie, der Himmel ist uns allen. Das andere wuchert unterschiedlich, je nach Ansicht, Vertrauen und Vorgeschichte in den Bäumen, den Sträuchern, jedem Stein am Wegrand. Unbestimmt. Weitgehend erträglich. Irgendwie. Zuletzt fragt uns keiner.
Sternmuts Dichter versucht, eine Geschichte zu schreiben, „die nicht nur spannend ist, sondern psychologisch gut strukturiert, glaubhaft, individuell und epochal zugleich.“ Norbert Sternmut gelingt das in seinem Roman jedenfalls nicht. Womöglich will er dem Leser das Gefühl vermitteln, quasi live dabei zu sein, wenn ein echter Roman entsteht. Das Prinzip „Puppe in Puppe in Puppe“ mag als Idee ganz originell sein, in Sternmuts blutrünstiger und geschwätziger Umsetzung ist das ganze ermüdend. Matthias Kehle

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