Susanne Staun

Die Signatur des Bösen

Krimi. Deutscher Taschenbuch Verlag, 270 Seiten. 9.50 EUR . ISBN: 3-423-20511-3

Susanne  Staun: Die Signatur des Bösen

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Susanne Staun: Die Signatur des Bösen

Irgendwann in naher Zukunft, Hillary Clinton ist US Präsidentin, aus der Europäischen Union sind die Vereinigten Europäischen Staaten geworden: Die Dänin Dr. Fanny Fiske liebt Essen und Männer und fürchtet den Tod. "Eros und Thanatos. Ja, ihr Götter, man muss kein Psychiater sein um das zu durchschauen.". Fiske ist eine der meistbeschäftigten Frauen diesseits des Atlantiks: Als Verhaltenspsychologin mit Schwerpunkt Verbrechensprophylaxe und Täter-Früherkennung ist sie die gefragteste Profilerin in ganz Europa. Die Dame aus dem Norden hat ihr Handwerk jahrelang bei John Douglas und Bob Ressler erlernt, im legendären FBI-Keller in Quantico.

Fiske jettet durch ganz Europa um bei der Aufklärung der heikelsten Fälle zu helfen. Wird ihre Erfahrung gerade mal nicht in Athen, Rom, Marseille oder anderswo benötigt, hält sie Vorträge und Seminare an der Europa Universität im Süden Englands, "auf halbem Weg zwischen Cornwell und Grafton".

Mit der Polizei von Cornwell verbindet Fiske eine enge Beziehung - besonders mit dem polnischstämmigen Kriminalkommissar David Berkovic, den Fiske in Anspielung auf einen berüchtigten amerikanischen Massenmörder liebevoll "Sam" nennt:

"Aber dieser Sam hier, mein Sam, ist unendlich liebenswert. Wenn er nur nicht vom Baum der Häßlichen gefallen wäre und auf dem Weg nach unten alle Äste gestreift hätte, glaube ich, würde ich ihn ganz und gar und mit Haut und Haar geliebt haben. Er ist nicht größer als zwei Sofakissen und genauso weich. Sein halblanges, schwarzes Haar ist für gewöhnlich fettig, und die Schuppen setzen sich immer auf dem Rücken seiner billigen schwarzen Anzüge fest wie Schneeflocken auf einer finsteren Tat. Seine Nase füllt die Hälfte des Gesichtes aus, und er spuckt, wenn er erregt ist - ich meine: zornig, interessiert, eifrig - diese Form der Erregtheit. Er ist höchstens 35 bis 40 Jahre alt, aber sein Gesicht ist gründlich durchgewalkt von gegrilltem Fleisch, zu viel erlebter Grausamkeit und zu wenig Schlaf. Wenn man bei der Polizei angestellt ist, hat man nicht einmal genug Geld, um solche Mängel kosmetisch aus der Welt zu schaffen."

Seit einer guten Woche erleidet die lebensfrohe Fanny Fiske den Telefonterror eines durchgeknallten Mannes, der ihren Anrufbeantworter mit bizarren Bibelsprüchen füllt und sie der "Hurerei" bezichtigt. Sam Berkovic, der in Krakau kurze Zeit das Priesterseminar besuchte, kann zwar aus dem Stehgreif die entsprechenden Bibelstellen nennen, aus denen der Telefonpeiniger seine Zitate entnimmt. Für weitere Ermittlungen in der Angelegenheit hat er aber keine Zeit, denn er ist mit einem grausigen Mordfall beschäftigt, der ihn zur Verzweiflung bringt: Ein zehnjähriges Mädchen aus dem feinen Stadtteil Forrest Hill war tagelang verschwunden. Dann findet die Polizei den Kopf des Mädchens in einem Müllcontainer, die Zöpfchen in tadellosem Zustand; kurz darauf stoßen die Ermittler auf ein sauber zerteiltes Kinderskelett. Außer einem winzigen grauen Farbklecks am Ohr haben die Beamten nicht die geringste Spur. Als dann ein kleiner Junge verschwindet, hat Berkovic viel Anlass, sich die Haare zu raufen, polnisch zu fluchen und - in Tränen auszubrechen.

Denn bei allem Witz verliert Susanne Staun niemals das Gespür für den Horror, der mit ihrer Geschichte verbunden ist. Ihr Stil ist geprägt von ungebändigter Fabulierlust, die den Roman zu einem reich bebilderten, intelligenten amüsanten Ereignis macht. Ohne Bruch gelingt es der dänischen Autorin, immer wieder aus ihrer fiktiven Serienmord-Geschichte, die in der nahen Zukunft spielt, in tatsächliche Serienmord-Fälle der Vergangenheit zu springen.

Fanny Fiske ist eine bemerkenswerte Figur: Von brillanter Intelligenz, säuft sie wie ein irischer Bauarbeiter und hat eine Orgasmusfrequenz, die manches Kaninchen erblassen lassen würde. Die Haut im Gesicht ungezählte Male geliftet, den Busen mehrfach mit Silikon gestrafft - Fanny Fiske lebt ihre eigenen feministischen Vorstellungen. Der lebenslustigen Verhaltensforscherin einen melancholischen polnischen Cop an die Seite zu steilen, war eine famose Idee und bewahrt den Roman davor, ins nur Parodistische zu gleiten.

Chapeau! Ein zweiter Teil ist bereits angekündigt, und wir hoffen, dass Susanne Staun ihren beiden Charakteren auch in Zukunft die Treue hält.






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