Tilman Spengler

Der Maler von Peking

Roman. xxxx, 206 Seiten.

Tilman  Spengler: Der Maler von Peking

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Das ferne China des 18. Jahrhunderts sowie das Italien und Portugal dieser Epoche wurden von Tilman Spengler als Schauplätze für seinen zweiten Roman, "Der Maler von Peking", gewählt. Er kommt damit einer Leserschaft entgegen, die seit Umberto Ecos "Der Name der Rose" bevorzugt nach Büchern greift, die an historisch oder geographisch besonders exotischen Schauplätzen angesiedelt sind. Ein Blick auf die Bestseller-Listen des letzten Jahrzehnts belegt dieses Phänomen.

Es wäre freilich ungerecht, den 1947 geborenen Sinologen, Historiker und Mitherausgeber des einst legendären "Kursbuches" in jene kommerzielle Ecke stellen zu wollen. Sein Werk ragt qualitativ deutlich aus der Masse jener Erzeugnisse heraus. Spengler lehnt sich historisch an die Biographie Giuseppe Castigliones an, der in China eine Karriere als Hofmaler machte. Die Handlung des Romans wird in einer Mischung aus sachlicher und chinesischblumiger Sprache zweischienig erzählt, wobei sich die beiden Handlungsstränge kapitelweise abwechseln. Der erste beschreibt mit dem Lombarden Lazzo als Ich-Erzähler Ausschnitte aus dessen Kindheit sowie aus dessen Ausbildung zum Maler. Im Auftrag der Jesuiten wird er schließlich als Missionar nach China geschickt. Der zweite Strang berichtet vom Leben des chinesischen Kunsthändlers Lu und seiner Tochter Mi-lan. Hier dürfen natürlich Geheimgesellschaften und Verschwörungen rund um den Pekinger Hof nicht fehlen. Nach der Ankunft Lazzos in China kreuzensich beide Handlungsstränge: der inzwischen zum Hofmaler avancierte Lazzo verliebt und vergnügt sich gegen seine Ordensregel mit Mi-Lan und assimiliert sich im Laufe der Jahre immer stärker an die chinesische Kultur. So stellt sich dem Leser die Struktur des Inhalts dar.

Wirft man nun jedoch einen Blick in den Klappentext, erfährt man, daß Lazzo vor allem deshalb nach China geschickt wird, um dessen Kaiser aus missionarischen Gründen von den Vorzügen der Zentralperspektive zu überzeugen. Sehr bedenklich stimmt, daß dieses angeblich so zentrale Handlungsmoment im Roman selbst nur am Rande vorkommt und anscheinend deshalb von außen an das Buch herangetragen werden muß.

Spenglers Roman ist in gewisser Weise typisch für viele Werke der deutschen Gegenwartsliteratur. Inhaltlich vermeidet er eine direkte Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Stoffen. Formal ist er handwerklich zwar in Ordnung, läßt aber, was Handlungsführung, sprachliche Gestaltung und inneren Zusammenhalt des Textes angeht, noch zahlreiche Wünsche offen. So hat Tilman Spengler zwar keinen außergewöhnlichen, aber einen durchaus akzeptablen Roman vorgelegt, dessen Schwachpunkte sich mit den Vorzügen in der Waage halten.

 

 

(Christian Köllerer)






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