Bernhard Schlink

Die gordische Schleife

Bestseller. Diogenes, x. ISBN: 3-257-21668-8

Bernhard  Schlink: Die gordische Schleife

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Georg Polger, knappe 30, lebt in einem kleinen Städtchen in Südfrankreich. Eigentlich schlägt er sich mehr schlecht als recht als Übersetzer durch, träumt davon, eines Tages selbst ein Buch zu schreiben. Nach 2 Jahren fühlt er sich dort zugehörig, auch noch, nachdem seine Freundin ihn verlassen hatte.

Doch nun scheint Georg das Glück auf seiner Seite zu haben: von Monsieur Bulnakoff erhält er einen großen, gutbezahlten Übersetzungsauftrag, den er zur größten Zufriedenheit ausführt, und auh gleich bei einer Konfernz dolmetschen soll - begleitet von Francoises, Bulnakoffs Sekretärin, in die er sich während dieser Tage verliebt.

Er kann auch das Übersetzungsbüro seines früheren Arbeitgebers übernehmen, der auf mysteriöse Art und Weise ums Leben gekommen ist, und er erhält auch desssen Aufträge weiterhin - Übersetzung der Konstruktionspläne von Kampfhubschraubern.

Alles perfekt also. Bis Georg bemerkt, daß Francoise heimlich diese Pläne kopiert - in Bulnakoffs Auftrag. Ihr Bruder wäre in Polen in Gefahr, wenn sie damit aufhören würde, erzählt sie ihm. Doch Georg will das Spiel nicht mitspielen - und wird dafür bestraft, Francoise verschwindet, er wird überfallen, sein Leben im Städtchen unmöglich.

Doch am meisten vermißt er Francoises. Auf dem einzigen Bild, das er von ihr hat, ist auch eine Kirche abgebildet - in Warschau, hat sie ihm erzählt. Doch ein Freund erkennt darin eine Kathedrale in New York. So macht Georg sich auf den Weg dorthin, Francoise zu suchen.

Die Kirche findet er rasch - von Francoise keine Spur, doch ihm ist man wohl auf den Fersen, überall sieht er diesen Rotschopf auftauchen. Er forscht nach - und findet heraus, daß tatsächlich Bulnakoff dahintersteckt, der sich nun Benton nennt. Auch Francoise entdeckt er - bei ihr versteckt er sich, als Bulnakoff ihm den Aufenthalt in den USA unmöglich macht.

Langsam erkennt er die Zusammenhänge - und beschließt, das Spiel nun nach seinen Regeln ablaufen zu lassen.....

Wer die beiden Selb-Krimis oder "Der Vorleser" kennt, wird vielleicht etwas überrascht sein von diesem Buch. Deutschland und die Nazi-Zeit bleiben diesmal völlig außen vor, es handelt sich um einen klassischen Krimi-Plot.

Der erste Teil des Buchs, der in Frankreich spielt, hat mir am besten gefallen. Die Personen sind sehr anschaulich beschrieben, man lebt förmlich mit, kann sich gut in diese Gesellschaft der halb und ganz-Aussteiger reinversetzen.

New York war mir dann schon etwas zu verworren - eine Situation, die sich in San Francisco noch gesteigert hat.

Es war zwar kein schlechter Krimi, aber für mich trotzdem das Buch von Schlink, das mir am wenigsten zugesagt hat.

Für mich waren einige Punkte sehr unklar:

warum konnte Bulnakoff ihm das soziale Leben in Frankreich so derartig vermiesen, was steckte hier eigentlich dahinter.

Wenn ein Mensch beschattet wird: Dann wählt man doch nicht jemanden aus, der so absolut auffällig ist wie dieser Rotschopf? Außerdem ist im Teil in New York das Ziel, das Bulnakoff / Benton verfolgt, immer unklarer. Woher sollte der denn wissen, daß Georg nun in New York war?

Die Geschichte fand ich ganz einfach etwas zu konstruiert.

Daniela Ecker






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