Urs Richle

Der weiße Chaffeur

Roman. Piper Verlag, ISBN: 3-492-22518-7

Urs  Richle: Der weiße Chaffeur

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Urs Richle wurde 1965 in Watwil in der Schweiz geboren und lebt heute in Genf. "Der weisse Chaffeur" ist seine vierte Veröffentlichung.

Harry W., der Privatchaffeur eines reichen Immobilienbesitzers aus dem Tessin, steht vor Gericht. Angeklagt ist er des versuchten Mordes an seinem Chef, Dr. Walter Herrsberg. Was Harry zu seiner Verteidigung zu sagen hat, ist an Absurdität kaum zu überbeiten. Er könne seinen Chef gar nicht umgebracht haben, da dieser nicht existiere, sitzt doch das vermeintliche Opfer Walter Herrsberg leibhaftig im Gerichtssaal und sagt gegen seinen Angestellten aus. So beginnt der Roman "Der weisse Chaffeur", eine Geschichte über den Jugendstreich zweier Freunde. Harry W. und sein Freund Karl hatten, als sie gemeinsam bei einer Bank arbeiteten, ein Konto für einen erfundenen Kunden, einen Dr. Walter Herrsberg, eröffnet. Jahre später erfährt Harry W vom Tod Karls: Sein Freund soll angeblich ertrunken sein. Zur selben Zeit bewirbt er sich auf eine Stellenanzeige: Ein Dr. Walter Herrsberg sucht einen Chaffeur. Harry wird zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, doch statt seines Vorgesetzten findet er nur ein verlassenes Anwesen vor. Einige Tage später entdeckt er auf seinem Konto, daß er für seine Tätigkeit von einem Unbekannten bereits bezahlt wurde. Er beschließt, sich selbst bei Dr. Herrsberg einzustellen. Ein fiktives Arbeitsverhältnis beginnt. Harry W. stattet sich standesgemäß aus. Das Auto, in dem er Dr. Herrsberg chaffeuren wird, kauft er sich selbst. Als er mit einer Frau zusammenlebt, nimmt die Geschichte immer absurdere Formen an. Jeden Morgen verschwindet er und verbringt den Tag irgendwo, um abends seiner Freundin die tollsten Geschichten von seinem Chef zu erzählen, wobei er immer schnell begründen kann, warum sie den Mann bisher noch nicht zu Gesicht bekommen hat. Da die Überweisungen regelmäßig eintreffen, hat er ein schönes Leben. Nach einiger Zeit jedoch wird es unglaubwürdig, warum die Freundin seinen Chef nie zu Gesicht bekommt. Harry engagiert kurzerhand einen Schauspieler, der Herrsberg darstellen soll. Dieser spielt seine Rolle gut, bis Harry beschließt, den lästigen Arbeitgeber loszuwerden und einen Unfall fingiert, um später sagen zu können, daß sein Chef tödlich verunglückt sei. Doch er hat nicht mit dem Schauspieler gerechnet zu haben, der ihn wegen versuchten Mordes anzeigt. Eine verzwickte Situation. Der einzige, der dieses Verwirrspiel aufklären könnte, ist Harrys Freund Karl und der ist doch angeblich ertrunken. Wer ist dann aber der Unbekannte, der ihm jeden Monat Geld überwiesen hat?

Urs Richle verwandelte diese unglaubliche Kriminalgeschichte in eine faszinierende Mischung von Realität und Fiktion. Clou der Geschichte ist, daß die erfundene Realität dem Erfinder über den Kopf wächst und nun jene Glaubwürdigkeit beansprucht, die gemeinhin nur der Realität zugesprochen wird. Die tolldreisten Geschichten, die sich Harry ausdenkt, um seiner Freundin zu erzählen, was er für seinen Chef alles machen mußte, machen einfach Spaß. In ihrer reinen Unauffälligkeit erinnern sie stark an die Naivität Robert Walsers.

"Der weiße Chaffeur" ist eine äußerst unterhaltsame Geschichte über die Absurditäten einer erfundenen Existenz.

Christoph Steven






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