Brigitte Reimann

Alles schmeckt nach Abschied.

Sach. Aufbau Verlag, 464 Seiten. ISBN: 3-351-02836-9

Brigitte  Reimann: Alles schmeckt nach Abschied.

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Als Brigitte Reimann 1973 starb, war sie 39 Jahre alt. Ihr unvollendeter Roman Franziska Linkerhand erschien 1974, und nun ist der zweite und letzte Band der Tagebücher erschienen, die vielleicht sogar das eigentliche literarische Werk der DDR-Schriftstellerin in den Schatten stellen.

Brigitte Reimann lebte für zwei Menschen - wie man so schön sagt. In den sieben Jahren, die das Tagebuch umfaßt, wurde sie zweimal geschieden, nach der zweiten Scheidung 1970 ließ sie sich mit mehreren Männern ein, zog durch Kneipen, trank, genoß das Leben, stürzte ab, fiel in Depression, erkrankte an Krebs, der ihr ungeheure Schmerzen bereitete und dem sie immer wieder ein paar Seiten Literatur oder Tagebuch abtrotzte. Mitte der 60er Jahre lebte Reimann ruhiger, war zeitweise glücklich verheiratet und engagierte sich politisch. Sie geriet häufig mit der SED-Bürokratie in Konflikt, da sie sich nicht der "Diktatur von Hohlköpfen" unterwerfen wollte. Brigitte Reimann litt, wie viele Kollegen, die sich nicht anpaßten. Sie wollte "den verdammten inneren Zensor, den man uns so geschickt eingebaut hat (Rücksichten um der Sache willen) ausrotten". Ihr politisches Engagement brachte ihr aber auch die schönsten Erfahrungen ihres Lebens ein, nämlich während einer Reise nach Sibirien, die sie für die "Abscheu vor den stumpfen Gesichtern, der satten Zufriedenheit dieser Nichtskönner" entschädigte. Daß das Tagebuch nie für eine Öffentlichkeit bestimmt war, offenbaren viele Passagen: "Ich kann gar nicht sagen, wie mich dieser Bezirk ankotzt, seine Parteileitung und vor allem die ideologische Kommission, in der sich alle Anti-Denker versammeln." Brigitte Reimann nahm ihr Tagebuch als Steinbruch für ihre Literatur, die von dem rasanten Leben geprägt wurde. Aus persönlichkeitsrechtlichen Gründen wurde das Tagebuch gekürzt: Für viele Mitmenschen und Kollegen mag Brigitte Reimann keine freundlichen Worte gefunden haben. Andere beschrieb sie liebevoll, fast zärtlich, Christa Wolf etwa oder Günter de Bruyn ("wir sind beide so schüchtern, daß wir wahrscheinlich nie miteinander zu sprechen gewagt hätten"). Phasenweise schrieb Brigitte Reimann kaum Tagebuch, weshalb dem Leser mitunter der Zusammenhang verlorengeht. Während der Zeit, in der Brigitte Reimann nicht schrieb, lebte oder litt sie.

Matthias Kehle






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