Richard Powers

Galatea 2.2

SF. Ammann Verlag, ISBN: 3-250-60007-5

Richard  Powers: Galatea 2.2

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Ein paar durchgedrehte amerikanische Wissenschaftler wetten, daß es ihnen gelingt, einen Computer so zu programmieren, daß er die Magisterprüfung in englischer Literatur besteht. Sie machen sich deshalb an einem der größten Computernetzwerke der Erde zu schaffen und füttern es mit zahllosen Büchern, Zeitungen, Fernsehnachrichten, Videos und schließlich auch mit Liebesbriefen. Logischerweise wird hierfür ein erfolgreicher Schriftsteller engagiert, der auch noch genauso heißt wie der Autor des Buches. Es kommt, wie es kommen muß: Der Computer, namens Helen, entwickelt eine Art Bewußtsein. Der Titel des Buches verrät es: Helena, Verzeihung: Helen, verliebt sich in Richard und umgekehrt Richard ein bißchen in Helen. Diese platte Handlung, basierend auf einer recht naheliegenden Idee, versucht Powers (der Autor) mit allerhand Tricks aufzupäppeln. Er erzählt z.B. eine elf Jahre währende, interkontinentale Liebesgeschichte zwischen Powers (dem Erzähler) und der Holländerin C., läßt den Schriftsteller sich in eine quirrlige Doktorantin verlieben und erfindet allerhand obskure Randfiguren und Nebenhandlungen.

Die Handlung an sich ist noch kein Ärgernis. Ärgerlich ist jedoch die Sprache, in der sich beispielsweise die Wissenschaftler unterhalten. Ständig versuchen sie sich, mit geistreichen Witzchen zu übertrumpfen, mit coolen Kalauern wie man sie aus amerikanischen Filmen hinlänglich kennt. Unerträglich sind viele schiefe Bilder ("Die Wärme des Tages blieb mir in der Kehle stecken") und vor allem die endlosen, pseudowissenschaftlichen Dialoge über technische Details, über Computer und Algorithmen, linguistische oder neurologische Finessen. Wenn der Erzähler in seinen eigenen Büchern liest, bricht aus ihm definitiv der Homo Faber hervor: "Methodisch las ich eine Zeile nach der anderen, bis das kortikale Sehzentrum in meinem Lobus occipitalis zu bluten anfing."

Der Klappentext preist Powers enzyklopädisches Wissen. Doch dieses entlarvt sich spätestens dann als schiere Geschwätzigkeit, wenn Helen altkluge Weisheiten eingebleut bekommt und ebensolche aus ihrem unendlichen Wissen montiert. Eine davon ist immerhin für den Roman symptomatisch: "Wo nichts verloren ist, kann wenig gefunden werden." Matthias Kehle

Richard Powers: Galatea 2.2. Roman. Übersetzt von Werner Schmitz, Ammann-Verlag, 460 Seiten, 49,80 DM.






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