Jewgeni Popow

Die wahre Geschichte der gründen Musikanten

Bestseller. Berlin Verlag, 382 Seiten. ISBN: 3-827-00301-6

Jewgeni  Popow: Die wahre Geschichte der gründen Musikanten

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Vor einigen Jahren war es die "Postmoderne", die Lyrikern wie Romanschriftstellern den philosophischen Hintergrund lieferte für ausschweifendes Zitieren und Anspielen. Manchmal kamen amüsante Bücher heraus, oft jedoch Bildungsschrott. Nun hat Jewgeni Popow, einer der bedeutendsten russischen Gegenwartsautoren, einen wahrhaft postmodernen Roman geschrieben, der eigentlich nur 65 Seiten umfasste, wären da nicht die 888 Fußnoten. Die Rahmenhandlung ist rasch erzählt: Iwan Iwanytsch, ein aufstrebender Jungdichter in der maroden Sowjetunion wandelt sich vom Saulus zum Paulus. Er mutiert angeregt durch einen Cannabis-Rausch zum einflußreichen Politiker, der es versteht, gerade in Zeiten der Perestroika Fuß zu fassen, reich und angesehen zu werden. Die Fußnoten erzählen parallel die Geschichte eines Dichters, der stets mit dem Regime auf Kriegsfuß steht und es erst spät zu Ruhm und Ehre gebracht hat, Popows Biografie läßt grüßen.
Die Fußnoten kommentieren nahezu jedes Wort. Hier wird auf einen (erfundenen oder real existierenden) Lyriker angespielt, da ein Gedicht, Kinder- oder Trinklied zitiert - überhaupt dreht sich das halbe Leben um Wodka, das andere halbe um Politik und Literatur. Popow erzählt Anekdoten von Schriftstellern, Funktionären, ganze Geschichten in mehreren Varianten, die aus seinem eigenen Fundus stammen und verworfen wurden, aber auch jede Menge Witze. Nur sind die Witze für einen deutschen Leser, der die sowjetisch-russischen Verhältnisse nicht kennt, gar nicht komisch. Bei den Gedichten und bei manchen Anspielungen ahnt man wenigstens, dass sie komisch sein könnten. Leider scheinen darüber nur "Insider", also belesene Landsleute, lachen zu können, und so bleibt für den nicht-russischen Leser ein Dickicht an Geschichten, Gags und literarischen Verweisen, schrägen Vögeln und Parteibonzen. Popow spielt überdies mit verschiedenen Sprachebenen, mit literarischer Sprache, Umgangssprache oder politischen Floskeln, was die Lektüre noch mehr erschwert. Matthias Kehle

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