Jürgen Ploog

Die tote Zone / Ein Protokoll

Undefined. Verlag Peter Engstler, Ostheim/Rhön. ISBN: 3-929-37515-X

Jürgen  Ploog: Die tote Zone / Ein Protokoll

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Die Wege bleiben, nur die Ziele verblassen“, sagt das Ich auf der ersten Seite des neuen Prosastücks Die tote Zone von Jürgen Ploog (*1935), dem deutschen Burroughs- und Cut-up-Spezialisten, dem Ex-Piloten und Herausgeber des literarischen Sub-Magazins Gasolin 23 (1973-1986). Wer aufgrund des Untertitels „Ein Protokoll“ eine chronologisch verlaufende Aufzeichnung erwartet, liegt falsch. Wo „Ziele verblassen“, sich „ins Nirgends“ zurückziehen, ist die lineare Erzählordnung zerbrochen. Die Handlungsstränge verlaufen im Sand, in einer „toten Zone“, vor der sie, oft nur vage skizziert, eine Weile illuminieren und sich dann verlieren, wie Glühwürmchen in der Nacht. Es gibt für die Fäden der Handlung keine Auflösung, da der Erzähler die definitiven Grenzen des Raumes und der Zeit, also auch die Grenzen der handelnden Körper, verschiebt, mitunter gar eliminiert: „Ihr Körper war in kosmisches Licht getaucht, das sie in einem Kegel umgab. Sie war von einer glänzenden Schicht überzogen, & ihr Körper fluoreszierte schwach. Irgendwann wurde die Musik leiser, & das Bild des Mädchens verblasste & ging in einer wüstenhaften Landschaft auf...“ Nicht aus dem Handlungskontext gewinnen die einzelnen Szenen dieses „Protokolls“ ihre Spannung, sondern sie erzeugen sie aus sich selbst, aus der Intensität der zusammengestellten Konkreta, der Wortwechsel und inneren Monologe. Das Ich, ein abgehalfterter Pilot, Agent in zweifelhaften Diensten, entschlüsselt chiffrierte Nachrichten. Wie die ehemalige Flugprofession des Agenten erinnert auch diese Tätigkeit an Ploog selbst, an seine Schreibarbeit allerdings, ans Schneiden und Zusammenfügen: „Ich sammelte Einzelheiten, die, für sich genommen, wenig Bedeutung hatten. Wenn ich genügend zusammenbrachte, würden sie sich irgendwann zu einer Matrix fügen & ein Bild ergeben, das mir die weiteren Schritte weisen würde. Ein mühsames, endloses Spiel..“ Am Rand eines gescheiterten Auftrags gerät das Ich in den Bannkreis des Pharma-Schiebers Meier, dessen Vergangenheit es „löschen“ soll, sie verändern, reinwaschen. Für seine Nachforschungen bewegt sich der Ploog Agent unter Figuren aus der Halbwelt von Tanger, Cannes und Miami („kein geografischer Punkt, der nicht auf einen anderen verwies“), und es gehen ihm Frauen mit übersinnlichen Fähigkeiten zur Hand, Spioninnen wie Glenda, „die falsche Contessa“, der nicht zu trauen ist, wie niemandem in diesem Cyber Gothic Tale changierender Identitäten. Ein Gelingen des Auftrags bleibt natürlich fraglich. „‘Den Rest müssen wir dem Computer überlassen‘, sagte sie (..). Sie liess die Knarre in ihrer Jackentasche verschwinden & tauchte in die unbeleuchtete Passage ein, die hinüber zur Goldmeile führte.“

Florian Vetsch






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