Robert M. Pirsig

Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten

Roman. S. Fischer Verlag, ISBN: 3-596-22020-3

Zen, Motorräder und die Kunst ein Buch darüber zu schreiben
Robert M.  Pirsig: Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten

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"Wir haben Künstler, die naturwissenschaftlich völlig unbewandert sind, und Wissenschaftler, die künstlerisch völlig unbewandert sind; beiden Gruppen fehlt jeder geistige Ernst, und das Resultat ist nicht nur betrüblich, sondern einfach entsetzlich. Die Vereinigung von Kunst und Technik ist längst überfällig." So sagt sich der Held in Robert M. Pirsigs Bestseller aus den wilden Siebzigern 'Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten' und begibt sich auf eine Motorradfahrt von der nordamerikanischen Ost- zur Westküste. Und da der Ort für die Verbesserung der Welt zunächst einmal das eigene Herz ist, der eigene Kopf und die eigenen Hände, beginnt er die Vereinigung von Kunst und Wissenschaft, Romantik und Klassik, indem er mit sich selbst ins Reine zu kommen versucht. Auf den Sozius packt er seinen Sohn, mit dem er im selben Aufwasch ebenfalls in Reine zu kommen gedenkt. Von der Analyse des eigenen Kopfes und des eigenen Motorrads geht es munter weiter zu sämtlichen und über einen Kamm geschorenen sozialen Krisen der Gegenwart (also der wilden Siebziger), deren Ursache ein "genetischer Defekt in der Natur der Rationalität" sei.
Der Versuch zumindest, die getrennten Sprachen der Kunst und der Wissenschaft zu vereinen, scheitert kläglich: Der Roman liest sich zeitweise wie ein Traktat über allgemeine Philosophie, zeitweise wie eine allgemeine Montageanleitung für Motorräder - für den jeweiligen Experten zu allgemein, für den jeweiligen Laien verworren. Die Kreuzung der zugehörigen Denkformen bleibt beiden gleichermaßen schleierhaft und einschläfernd.
Aber neben der Außen- und der Innenhandlung sind da ja noch mehrere Zwischendrin-Handlungen. Neben der Suche nach 'Qualität', also dem, was die alten Griechen 'arete' genannt haben, befindet sich unser Held auf der Suche nach seiner Vergangenheit und - wie könnte es in einem Roman der wilden Siebziger anders sein - nach seiner Identität. Dabei hilft ihm schließlich - damit auch der zu etwas zu gebrauchen ist - sein Sohn, der ebenfalls nach seiner Identität sucht und ebenfalls, wie einst sein Vater, an der Schwelle zwischen Wahn und Realität steht. Was aber sind Wahn und Realität? Wie organisiere ich ein Universitätsseminar über Rhetorik? Wie löse ich eine festgerostete Schraube? Fragen über Fragen, und Pirsig beantwortet sie alle.
Herausgekommen ist nicht - wie wohl beabsichtigt - eine originelle Erklärung der Welt und des Lebens, eingepackt in eine spannende Geschichte und angereichert mit pädagogischen und technischen Geheimtips aus dem Werkzeugnähkästchen des Motorradmechanikers, Philosophen und Kindererziehers, sondern ein eher unbeholfenes Durcheinander aus - nun, aus allem möglichen eben. Statt der versprochenen und erwarteten Offenbarung und Lebenshilfe eröffnet jedoch Pirsigs Roman für einen, der nur mit halben Sinnen dabeigewesen ist, einen tiefen Einblick in die und ein umfassendes Verständnis der Siebziger Jahre: Wie wurde damals das Bedürfnis nach einfachen Wahrheiten mit dem Bedürfnis verbunden, sich so unverständlich wie möglich auszudrücken? Wie harmoniert die RAF mit den SALT-II-Gesprächen? Wie passen Koteletten mit Schlaghosen zur Wiederentdeckung der Beat-Generation? Wie vertragen sich Led Zeppelin und Roy Black, Rainer Werner Fassbinder und John Carpenter?
Pirsigs Buch ist weidlich langweilig aber ausgesprochen aufschlußreich, denn es beantwortet diese und noch viel mehr Fragen mit einem deutlichen 'Gar nicht'. Es trägt zum Verständnis des Unverständnisses dieser längst vergangenen Zeit bei und veranschaulicht eindrücklich, warum die Siebziger endgültig vorbei sind.

Dieter Lohr






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