Harold Nebenzal

Cafe Berlin

Roman. Heyne, Heyne. ISBN: 3-453-09999-6

Harold  Nebenzal: Cafe Berlin

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Daniel Saporta wächst in Damaskus auf. In seinem wohlbehüteten Elternhaus wird er mit dem Gewürzhandel, der Zunft seiner Eltern, vertraut gemacht, lernt durch seinen Cousin Elli eine Menge über Frauen, und beherrscht bereits mit siebzehn mehrere Sprachen.

Die Geschichte, die er hier erzählt, schreibt er im Jahr 44, auf einem Dachboden in der Berliner Stadtmitte, versorgt von Lohmann, seinem Mitarbeiter aus dem Kaukasusklub.

Familie Landau, die besten Geschäftskunden seines Vaters, laden ihn bei seiner Bar Mizwa ein, zu ihnen nach Berlin zu kommen, dort zu arbeiten - und auch, um ihn vor der politischen Situation der Juden im Orient zu schützen.

So macht er sich Anfang der dreißiger Jahre auf den Weg ins bereits stark antisemitische Deutschland. Im Zug macht er die Bekanntschaft Dr. Steinbruchs, Direktor des Pergamon-Museums.

Anfangs läuft alles auch noch wie geplant - doch Daniel wird von Frau Landau verführt, und hat eine stürmische Liebesaffaire mit ihr. So wird ein nichtiger Anlaß genutzt, ihn aus dem Haus zu werfen.

Durch Zufall lernt er wenige Stunden später Lohmann kennen - der ihn zum Kaukasus-Club führt. Daniel entschließt sich spontan, dieses Lokal zu kaufen. Dr. Steinbruch, den er noch um Rat fragt, besorgt ihm einen Pass auf den Namen Salazar, um seine jüdische Identität zu verbergen.

Das Lokal läuft gut, auch die SS-Schergen gehen bei ihm ein und aus. Mit einer der Tänzerinnen, Samira, beginnt eine sehr innige Beziehung. Da taucht Dr. Steinbruch wieder in seinem Leben auf, und drängt ihn dazu, seine Beziehungen zu nutzen, um die Nazis auszuspionieren, was sie in Bezug auf Palästina vorhaben. Dazu muß er Samira dazu drängen, sich mit Sturmbannführer Rabe einzulassen - um den Preis ihrer Beziehung.

Er muß aus diesem Grund auch in den Balkan, die Anwerbung der Kroaten, die die Nazis unterstützen, unterbinden helfen....

Hätte Harold Nebenzal in diesem Buch nur eine statt dieser Unmengen Geschichten wirklich bis zu Ende und ausführlich erzählt, hätte es mir besser gefallen.

Es gibt einige Punkte, die ich auch absolut nicht glaubwürdig fand - Daniels Glauben zum Beispiel.

Dafür waren die Szenen im Nachtlokal und auf dem Dachboden sehr authentisch.

Die Person Lohmann war für mich am besten beschrieben, hat mir auch aus dem einen Grund sehr gut gefallen, weil sie sehr ambivalente Gefühle hervorruft. Auf der einen Seite rettet er Daniel und auch der Köchin vom Klub unter Einsatz seines Lebens, andererseits bedient er sich skrupellos, ist ein richtiger Kriegsgewinnler.

Alles in allem wars nicht schlecht, die Sprache war anfangs recht platt, fand ich - die Spannung für mich hat erst ziemlich in der Mitte begonnen.

Daniela Ecker






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