Ronit Matalon

Was die Bilder nicht erzählen

Roman. Rowohlt, 382 Seiten. ISBN: 3-498-04386-2

Ronit  Matalon: Was die Bilder nicht erzählen

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Die Idee, eine Familiengeschichte anhand von Fotografien zu erzählen, ist zwar nicht neu, aber im Grunde gut. Vor jedem Kapitel bildet die Autorin Ronit Matalon ein Foto ab. Nur beginnt sie dann leider nicht, farbig und facettenreich zu fabulieren, vielmehr beschreibt sie die Fotos detailversessen oft über mehrere Seiten, bevor sie zu erzählen beginnt.

Zentrale Figur des Romans ist Onkel Cicurel, ein jüdischer Kaufmann, der im Afrika der Kolonialzeit seine Geschäfte macht. Ihn besucht seine Nichte Esther, die all die Eindrücke des geschäftigen Treibens im Hafen und in der Familie des Onkels wahrnimmt, den banalen Alltag ebenso wie die kleinen Tragödien. Sie blendet zurück, beispielsweise zu Großvater Jacquot, der in Ägypten starb: "Er ist an Zucker ... und Schlemmerei gestorben. Während seiner letzten Tage im Krankenhaus bestach er Pfleger, Reinigungspersonal und alle, die ihm sonst über den Weg liefen, ihm ganze Tabletts voll fettigen, vor Buttersoße und Zuckersirup trierfenden Kuchen zuzuschmuggeln." Esthers Verwandte sind über die ganze Welt verstreut, Onkel Mo ‹ se etwa ist im jungen Israel politisch aktiv und in einem Kibrbuz engagiert. Die israelische Identitätsfindung ist ebenso zentrales Thema, wie die afrikanische Kolonialzeit und Emanzipation der Schwarzen, genauso der überall spürbare Eurozentrismus. Bedauerlicherweise sind das ein wenig zuviele politisch-soziale Zutaten für eine Familiengeschichte, wobei noch erschwerend hinzu kommt, daß die Autorin Essays von Jacqueline Kahanoff einschiebt. Diese allerdings sind vergnüglicher zu lesen, weil sie sich jeweils konsequent mit einem Thema auseinandersetzen.

Die Schrullen der einzelnen Familienmitglieder, die Erinnerungen an längst vergangene Zeiten, die Konflikte mit den schwarzen Hafenarbeitern, aus all dem hätte man eine spannende Geschichte machen können, zumal die Autorin ganz richtig schreibt: "Man unterscheidet nicht mehr zwischen dem Motiv und dem, was die Zeit aus dem Foto gemacht hat." Der Leser schließlich bleibt zwischen den nüchternen, ja drögen Bildbeschreibungen und der vor sich hinplätschernden Familiengeschichte ohne Höhen und Tiefen in höchstem Maße unbefriedigt.

(Matthias Kehle )






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