Gabriel Loidolt

Hurensohn

Roman. Alexander Fest Verlag, 160 Seiten. ISBN: 3-828-60046-8

Gabriel  Loidolt: Hurensohn

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Der sprachgestörte Ozren, dem "die Wörter auf der Zunge krepieren", der "außernormal" begabte, nach Wurstsemmeln süchtige Sohn einer Hure hat sich mit reichlich Proviant im Klo eingesperrt. Er hat seine Mutter zu Tode gestürzt, aber nur deshalb, weil sie sein Geburtstagsgeschenk und seine Liebe verweigerte und den Jungen von sich stieß, als er sie in ihrem Appartement aufsuchte. So sitzt der 20jährige ehemalige Sonderschüler auf der Kloschüssel und erzählt sein Leben in seiner österreichischen Heimatstadt an der Grenze zum ehemaligen Jugoslawien. Ozren erzählt, wie er im Rotlichtviertel sein Geld damit verdient, die Zimmer der Nutten zu säubern, nachdem die Freier "brave Gockelhähne" waren, wie er auf der Suche nach seiner Mutter durch die Stadt streift und ihn ein alterndes "Hurenmädchen" in die Liebe einweiht, nachdem Ozren mit dem Putzeimer in ihrer Tür steht. Der Narr Ozren, der "Gehirnakrobat", wird von allen verspottet und gehänselt. Wie fast jeder Narr sieht auch dieser außerordentlich klar und entlarvt mit bemerkenswerter Leichtigkeit und Ironie die Bigotterie Österreichs und die Kehrseiten des Wohlstandes, der zum Krieg in Jugoslawien führte. Ozren, dem "die Wörter im Gehirn explodieren", wenn er etwas sagen soll, hat seine eigene, plastische Sprache entwickelt, die die Welt bunt, fast grell färbt. Da fahren "Busblechschweine" durch die Straßen, die Kellner tragen einen "Raucheranzug und eine Fliegenkrawatte", und er selbst fühlt sich als "Laus im Fell des tanzenden Weltbären".
Nur einer versteht Ozren, nämlich sein Onkel Ante, der von Kneipe zu Kneipe zieht, immer einige Viertel trinkt und noch ein paar Slibo, mit dem es sich so schön politisieren läßt. Der Trinker und der Narr wissen, daß das Leben ganz einfach und doch so schwierig ist, und so trösten sich die beiden, in dem sie sich die Welt erklären.
Onkel Ante ist es schließlich auch, der Ozren vor der Klotür anfleht, sich nicht das Rasiermesser an den Hals zu setzen, nur weil sich seine Mutter in einen "Seelenschmetterling" verwandelt hat: "Was soll ich denn ohne dich anfangen" trommelt er schluchzend an die Tür.
Gabriel Loidolts Roman Hurensohn ist die liebenswürdige, naive und sprachgewaltige Geschichte eines schlichten Gemüts, das sich ganz einfach nach Liebe und Zuwendung sehnt. Matthias Kehle






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