Dieter Lohr

Der Chinesische Sommer

Undefined. Der andere Verlag, ISBN: 3-934366-01-5

Dieter  Lohr: Der Chinesische Sommer

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Ein einfacher junger Mensch möchte Urlaub machen. Also besteigt er den nächstbesten Zug in Richtung Osten und reist, so weit ihn die Gleise tragen: bis nach Peking. Im Hinterkopf trägt er noch unterschwellig das vage Klischee kleiner gelber Männchen mit Strohhüten, Hasenzähnen und Fistelstimmen. Die Wirklichkeit jedoch sieht anders aus. Alsbald findet er sich in einer Demonstration für Demokratie und Menschenrechte wieder, und schon wenig später in einem Trümmerhaufen aus Glasscherben, Pflastersteinen und zerbrochenen Idealen. Die Welt scheint stehenzubleiben, jedoch nur kurz. Sie dreht sich weiter, weil sie nicht anders kann, und auch die Reise geht weiter. Unser Reisender erlebt eine Welt, die von dem Bild, das wir uns gemeinhin von ihr machen, ebenso weit entfernt ist, wie unsere eigene. Was sich in der Zwischenzeit in seiner Heimat abspielt, die einsetzende Auflösung des Ostblocks und etwas später dann der Fall der Berliner Mauer, erfährt er über weitestgehend zensierte Medien, sowie über Erzählungen. Er glaubt es ebensowenig, wie europäische Fernsehzuschauer glauben können, was sich unterdessen in China abspielt...
Zehn Jahre später hat er nun eine mitreißende Erzählung darüber geschrieben, in der er mit spitzer Feder persönliche Erfahrungen und Erlebnisse, Zeitgeschichte und Zeitkritik kombiniert.

"Wer in einem Zug in China in der Klasse der Hartsitzabteile seinen Sitzplatz freigibt, hat ihn so gut wie verloren: Neben schier hünenhaften westlichen Touristen haben auch die greisen Alten in diesem Kampf gute Karten: Sie lassen "jegliche Regeln des Fair Play außer acht: Sie kratzen, spucken, beißen treten und picken einem die Finger in die Augen. Verlierer im Gerangel um einen Sitzplatz mit einem greisen Großmütterchen haben oftmals blutende Nasen - mit gleicher Münze zurückgeschlagen wird denn doch nicht."
Dieter Lohr - Jahrgang 1965, übrigens Redakteur der Literaturzeitschrift "Wandler" - erzählt in seinem Debut von den Erlebnissen und Begegnungen, die er bei seiner Reise durch das China des Jahres 1989 gemacht hat. Bei einer Rundreise durch das riesige Land, bei denen die Nutzung der Verkehrsmittel Zug, Bus oder Schiff schon selbst Abenteuer genug ist, trifft er natürlich Menschen in typischen Situationen - die Reiseerzählung beginnt mit einer dreiseitigen Frühstücksszene, die bezeichnend ist für die "Beharrlichkeit", die man als ausländischer Tourist mitbringen oder lernen muß.
In 14 Kapiteln erfährt man nicht nur etwas über die verschiedenen Fortbewegungsmittel, sondern auch über die Geschichte der einzelnen Provinzen und regionale Besonderheiten, und immer wieder schiebt der "weitschweifende Urlauber" (so der Klappentext) auch Anekdoten von seinen Reisen in andere Länder ein.
Mit westlich kritischem Blick betrachtet Lohr die Ereignisse auf dem Platz des Himmlischen Friedens und äußert sich dazu in Fernsehinterviews - wohlgemerkt im chinesischen Fernsehen. Daß er daraufhin selbst keinen Repressalien ausgesetzt ist, ist wohl der Tatsache zu verdanken, daß die Redakteure ihn nicht verstanden und den Beitrag mit einem anderen Text versahen. Von den historischen Ereignissen in Deutschland erfährt der Erzähler übrigens durch andere Reisende - Entwicklungen, die er auf diese Weise komprimiert erst gar nicht begreifen kann. Die politischen Ereignisse des Jahres 1989 bleiben in der Erzählung eher Beigabe zu den Lohr'schen Anekdoten, auch wenn der Klappentext das anders sieht.
Die vielen Geschichten, die Erfahrungen, die man als westlicher Reisender mit Seesack erlebt, und zwar nicht als Pauschaltourist, sondern zusammen mit vielen Einheimischen, ergeben eine unterhaltsame Reiseerzählung, die bisweilen auch ein wenig schrill ist: Für einen Europäer ist es eben zum Schenkelschlagen komisch, wenn bei einer Oper ein Reissack als Kaninchen über die Bühne hüpft." Matthias Kehle






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