Guy Lobrichon

Eroberung Jerusalems

Sach. Jan Thorbecke, ISBN: 3-799-50093-6

Guy  Lobrichon: Eroberung Jerusalems

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'Die einen, und das war das mildeste Schicksal, wurden enthauptet, andere, von Pfeilen angetrieben, wurden gezwungen, tapfer von der Höhe der Mauer zu springen, die anderen schließlich, die lange vom Feuer verfolgt und eingekreist werden, entzünden sich wie Reisig. In den Stadtvierteln und auf den Plätzen sah man Stücke von Köpfen, Händen und Füßen...' Dieser Bericht lädt nicht zum Feiern ein. Und doch erinnert das Jahr 1999 an diese Zeilen, neunhundert Jahre nach der Eroberung Jerusalems. Was hatten wir Abendländer im Heiligen Lande verloren, warum mußten unsere tolldreisten Vorfahren die Sarazenen das Fürchten lehren? Es ist leider wahr, daß viele kriegerische Unsitten erst von den 'Franken' begangen wurden, bevor sie unrühmlicher Alltag der Kreuzzüge wurden. Dazu gehörten das Beschießen des Gegners mit geköpften Gefangenen, das Niedermetzeln zahlloser gefangener Frauen und Männer in Sichtweite ihres Stammes, das stete Brechen von Verträgen und eine unbeschreibliche Grausamkeit bei der Eroberung von Städten und Lagern. Guy Lobrichon hat jenes Phänomen hinterfragt, das für einige Jahrhunderte das Abendland bestimmen sollte- die Eroberung und Befestigung der Heiligen Stadt Jerusalem. Der aufwendig gestaltete Bildband lädt trotz mitunter blutrünstiger Lektüre zum Träumen ein. Wunderschöne farbige Miniaturen, Marginalornamente und Stundenbuchillustrationen wurden eingefügt und beflügeln die Phantasie des Lesers. Wie der mittelalterliche Mensch sich die heiligste aller Städte vorstellte, ist somit nicht nur aus dem Text zu entnehmen, den Guy Lobrichon eingängig formulierte. Warum Jerusalem, lautet seine Eingangsfrage und er beantwortet sie ausführlich und kurzweilig. Die Geschichte eines religiös motivierten Schlachtzuges grausamster Spielart wird rekonstruiert. Von Papst Urban II. angestachelt, erlagen hunderte, tausende europäische Ritter dem Massenwahn eines Kreuzzuges in ein Land, 'wo Milch und Honig fließen'. Durch den Vergleich von verschiedenen Handschriften zur Eroberung ermöglicht der Autor eine erfrischend vielseitige Interpretation der Ereignisse. Die Einnahme Jerusalems gleicht bei einem Zeugen einem Splatterscript; 'Kommen wir zum Tempel, wo die Sarazenen gewöhnlich ihre Riten und ihre Feste abhielten! Was machte man dort? Wenn ich die Wahrheit sagte, würde man mir nicht glauben. Das allein wird genügen: Im Tempel und unter dem Portikus des Salomo ritt man bis zu den Knien im Blut, bis zu den Gebissen der Pferde.' Andere sahen das Geschehen gelassener, Fulcher von Chartres resümierte; 'Im Jahr 1099 der Zeugung/ Und der Geburt des Herrn,/ am fünfzehnten Juli, der von nun an von Sonne durchflutet ist,/ nahmen die Franken, von ihrer Tugend beseelt, Jerusalem ein.' Guy Lobrichon hat mit detaillierter Sachkenntnis eine bekannte Geschichte nacherzählt, die lehrreich ist und den Vergleich zur Gegenwart aufdrängt. Wo immer (religiöser) Fanatismus die Feder führt, bleibt die Menschlichkeit auf der Strecke.

Anne Hahn






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