William Kotzwinkle

Ein Bär will nach oben

Roman. Rowohlt, Reinbek. ISBN: 3-499-13895-6

William  Kotzwinkle: Ein Bär will nach oben

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Arthur Bramhall, Professor für amerikanische Literatur, hat sich für ein Jahr nach Maine zurückgezogen, um einen Bestseller zu schreiben. Als es endlich fertig ist, bricht ein Feuer aus - das Ende seines Manuskripts.

Aber nicht das Ende für Arthur Bramhall. Während dieses erste Manuskript noch mehr oder weniger die Kopie eines Bestsellers war, schreibt er nun wirklich aus sich heraus. Als das zweite Manuskript fertig ist, legt er es zum Schutz vor einem neuen Feuer unter einen Baum, bevor er in die Stadt fährt, den Abschluß seiner Arbeit zu feiern.

Ein Bär beobachtet Arthur, als dieser die Aktentasche unter dem Baum versteckt. Menschen sind sehr eigenartig. Sie werfen die leckersten Dinge weg, Pizzaschachteln mit Käseresten, halbvolle Marmeladegläser. Er schnappt sich die Aktentasche und zieht sie erstmal tiefer in den Wald. Aber - keine Schokoladentorte, nichts Leckeres, nur ein Haufen Papier. Enttäuscht will er es schon wegwerfen, da fängt er an zu lesen. Kurze Zeit später weiß er: das Buch hat alles, was ein Bär braucht. Sex, Natur, Jagdt - das ist das Leben!

Ein kurzer Einbruch in einem Bekleidungsgeschäft, und der Bär ist auf dem Weg nach New York, zu einem Agenten. Der ist begeistert vom Buch - und begeistert von Hal Jam, wie der Bär sich nun nennt. Der neue Hemingway!

Der Bär genießt die Errungenschaften der Zivilisation. Honig, soviel man will, ohne sich mit den Bienen darum streiten zu müssen. An jeder Straßenecke etwas zu essen. Genügend läufige Weibchen, um die man nicht lange kämpfen muß. Das war so, weil sie Menschen waren.

Während der Bär Interviews gibt, in Radio und Fernsehen auftritt, dabei jeweils nur ein oder zwei Worte von sich gibt, die entweder vom Essen oder von Sex handlen, versucht Arthurs Nachbar, diesen wieder zum Schreiben zu bewegen. Er nimmt ihn zu seinen Freunden mit, überzeugt, dort würde er schon die Geschichte finden, die er schreiben könnte.

Doch Arthurs Gedanken kreisen immer mehr um Bären. Tiere. Wald. Honig. Winterschlaf...

Herrlich witzig! Da wird der Literaturbetrieb ganz gewaltig auf die Schaufel genommen.

PR-Agenten, die das Buch nur aus Zusammenfassungen kennen, die irgendjemand verfaßt hat, Journalisten, die ihre Artikel aufgrund dieser Zusammenfassungen der PR-Agenten erstellen, Reporter, die aus ein - zwei Worten des Gesprächspartners eine ganze Philosophie zaubern können - ich habe wirklich Tränen gelacht.

Kein Mensch kommt auf die Idee, in Hal Jam etwas anderes zu sehen als einen urwüchsigen, bescheidenen und exzentrischen Naturburschen, der auf die Frage nach seinem nächsten Buch immer nur antwortet, er hätte es noch nicht gefunden. Dabei ist er wirklich auf der Suche nach einer Aktentasche mit einem Manuskript.

Hätte ich aber schon vor dem Lesen dieses Buches einen kurzen Blick auf die Biographie des Autors gewagt, hätte ich es im Zweifelsfall gar nicht gelesen. Dem Schöpfer von E.T. hätte ich ein derart skurill-witziges Buch einfach nicht zugeordnet. Ganz ganz großer Lesespaß!

Daniela Ecker -die-Leselust.de-






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