Klaus Kinski

Ich bin so wie ich bin

Lyrik. Deutscher Taschenbuch Verlag, 128 Seiten. 49.00 DM . ISBN: 3-85498-127-9

Klaus  Kinski: Ich bin so wie ich bin

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In zwei neuen Büchern kommen Kinski-Fans voll auf ihre Kosten - im "Tagebuch eines Aussätzigen" kann erstmals die frühe und lange verschollene Lyrik des "enfant terrible" entdeckt werden. In dem Band "Ich bin so wie ich bin" wird Klaus Kinski mit beeindruckendem Bildmaterial und sachkundigen Essays nicht nur als Bühnen- und Filmschauspieler vorgestellt, sondern als "der vielleicht letzte authentische Künstler des vergangenen Jahrtausends", als "ein Phänomen und ein schauspielerisches Genie in einer gerade anbrechenden neuen Zeit."


Die erste Zeile des Gedichtes „Weihnachten / das Fest des Friedens“ heißt: „Riecht ihr den Eiter der gequälten Lumpen!“ Die Wahl der Worte zeugt von großer Innig- und Festlichkeit, von friedengebender Intimität zum Fest der Freude. Oder doch nicht? Wer Klaus Kinski kennt wird sich selbst wiedererkennen. Wie hingekotzt wirkt der gesamte Text, ein Klagelied zur weihevollen Zeit, das keine Engel besingt sondern im Unappetitlichen wühlt. In der pickeligen Haut des Egomanen Jesus strahlte der Autor Kinski nicht mit dem Heiligenschein, wohl aber mit messerscharfer Schneide.

Klaus Kinski, der Schreiber dieser und anderer Lyrik, starb 1991 total vereinsamt in San Lagunitas (bei San Francisco). „Fieber – Tagebuch eines Aussätzigen“ existierte zu diesem Zeitpunkt schon fast vierzig Jahre und führte doch das Dasein eines verschollenen Manuskripts. Gekannt haben es nur eine Handvoll Menschen, die, wie Vorwortschreiber Thomas Harlan, ganz nah dran waren am aufstrebenden Jungschauspieler. Auf abenteuerliche Weise verschwunden und erst 1999 im Nachlass einer Kinski-Jugendfreundin wiedergefunden, ersteigerte der Herausgeber Peter Geyer das Manuskript, nach dem er im Internat auf entsprechende Informationen gestoßen war.

Sensibilität, Weltekel und eine unverstellte Sprache kennzeichnen Kinskis Gedichte. Offen beschreibt er in „Der Weltirrsinn“ das bedrückende Dasein in einem Irrenhaus, eine Realität in ewiger Umnachtung. Die expressionistische Sprache, die Kinski etwa bei Paul Zech oder Ernst Stadler hörte, steckte noch in seinen, Kinskis, lyrischen Kinderschuhen. Aber es zeigten sich schon Bildhaftigkeit sowie das unverhohlene, verletzende im Wesen des Klaus Kinski.

Nahezu jeder Lyriker gibt von sich preis, mehr jedenfalls als ein Romancier oder Stückeschreiber. Kinskis Vorbilder, Francois Villon und Arthur Rimbaud, standen unbeweglich am Rande der luftpostdünnen Blätter, auf die er seine Texte schrieb. Ein unbekanntes Fieber prägte Klaus Kinskis Gedanken über Jahrzehnte. Das kam schon während des Schreibens an die Oberfläche, davon zeugen seine manchmal kryptischen Gedichte. Heute hat das Fieber einen Namen: Sprache, die wie ein Aussatz wirkt – direkt, ansteckend, leidgeprüft.


Textauszug:
„Ich habe den Mädchen in die Brust gebissen,/wie bunte Tiere frische Feige fressen,/ bis ich von ihrem Sonnenbrand zerrissen/ in ihre Krater stürzte wie ein Gott besessen –„


 

 






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