Michael Ignatieff

Empire lite. Die amerikanische Mission und die Grenzen der Macht

Sach. Europäische Verlagsanstalt, 114 Seiten. 14.00 EUR . ISBN: 3434505679

Pandora und die Falken
Michael  Ignatieff: Empire lite. Die amerikanische Mission und die Grenzen der Macht

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Die von Falken forcierte US-Außenpolitik hat mit dem Angriff auf Irak mehr Probleme geschaffen als gelöst - auch für die bröckelnde Supermacht

Das von Michal Mann in Die ohnmächtige Supermacht sorgsam diagnostizierte Fehlen an wirklich konsequentem Sendungsbewusstsein vonseiten der USA vermisst auch Michael Ignatieff, Professor für Menschenrechtspolitik in Harvard. Allerdings kommt er zu völlig anderen Schlussfolgerungen als Michael Mann.

Auch er orientiert sich in seiner Definition eines Imperiums an dem der Römer, "mit dem einen Unterschied, dass die sich nicht vor ihrer Berufung fürchteten, ein Weltreich zu schaffen". Da die Supermacht von heute nicht auf Kolonien und Eroberungen aus ist, kann sie höchstens als Empire lite Bestand haben. So wie der Titel (Untertitel: Die amerikanische Mission und die Grenzen der Macht) schmeckt denn auch der Inhalt - wie eine mit Süßstoff abgespeckte Diet-Variante von the real thing. Letzteres, das einzig Wahre, ist aus Ignatieffs Sicht die freiheitliche Demokratie. So wie andere weist er darauf hin, dass die für den Anschlag am 11. September verantwortlichen Terroristen sich "nicht die Mühe machten, von ihnen beklagte Missstände aufzuführen", um schon kurz später festzustellen, dass islamistische Revolutionäre "nichts Geringeres wollen, als die arabische Welt in das Jahr 640, die Zeit des Propheten, zurückzuführen".

Beachtlich ist an seinen mit Reportageelementen gewürzten Essays, dass er sich vor Ort umgesehen hat, dass er in Bosnien mit UN-Vertretern sprach, mit Clanchefs in Afghanistan, Helfern des Roten Kreuzes in aller Welt. Er weiß daher, wie außerordentlich unterschiedlich die jeweiligen Situationen, Hintergründe und Historien vor Ort sind, dass es nicht eine Lösung für alle gibt. Seine Kritik richtet sich nicht gegen die Methode von Zuckerbrot und Peitsche (in umgekehrter Reihenfolge, klar), sondern gegen das immer wieder zu dürftig geratene Zuckerbrot. "Die Bush-Regierung möchte das auf Nummer billig tun, Investitionen und Risiken so niedrig wie möglich halten. In Washington nennt man das 'Nation-building lite'. Nur sind Imperien nun einmal nicht lite zu haben. Entweder kommen sie gewichtig daher, oder sie sind nicht von Dauer, sowenig wie der Frieden, den sie erhalten sollen."

Betrachtet man, wie in England Blairs Standing schwindet, wie Bush selbst aus eigenen Reihen torpediert wird, so erscheinen Ignatieffs Appelle für eine "zeitweilige imperiale Herrschaft" im Namen der Neuordnung des Chaos fast überholt. Aus Manns Sicht waren sie das vielleicht immer schon, denn um die "Befreiung der Völker" geht es ja gar nicht.

© Matthias Penzel, 2004. Original erschien dieser Artikel (zweiter Teil einer Doppelrezension mit Michael Manns Die ohnmächtige Supermacht) in der Frankfurter Rundschau vom 29.08.2003






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