Peter Hoeg

Die Frau und der Affe

Roman. Rowohlt, ISBN: 3-499-22315-5

Peter  Hoeg: Die Frau und der Affe

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ISBN 3-499-22315-5

Die junge Dänin Madelene ist mit dem englischen Zoologen Adam Burden verheiratet, der das "Institute of Animal Behaviour Research" in London leitet. Während sich Adam seiner Karriere widmet, verfällt seine Frau immer mehr dem Alkohol. Als ein Menschenaffe vom Schiff eines Tierhändlers flieht, wittert Burden die Chance seines Lebens, denn er glaubt, eine neue Affenart entdeckt zu haben. Aus reiner Karrieregeilheit bringt er den Affen in seinem Gartenhaus unter und beabsichtigt, grausame Experimente mit ihm durchzuführen. Als Madelene den Affen entdeckt und von Experimenten ihres Mannes erfährt, rettet sie dem Affen das Leben. Eine abenteuerliche Flucht führt die beiden in ein Tierreservat, wo Madelene mit dem Affenmenschen ein tierisch-ursprüngliches Leben führt, ihm das Sprechen beibringt und feststellt, daß das Tier zu einer dem Menschen überlegenen Rasse von Menschenaffen gehört. Schließlich kehren Madelene und Erasmus in die Zivilisation zurück, um die in menschlichem Dünkel und Jagdfieber zurückgebliebenen Forscher bei der Eröffnungsfeier des neuen modernen Londoner Zoos mit dieser gewaltigen Erkenntnis zu überraschen.

Der Roman "Die Frau und der Affe" ist der Versuch, den Menschen durch eine ihnen überlegene Tierart den Spiegel vorzuhalten. In einer Art ökologischer Thriller entwickelt Hoeg ein spannendes Szenario, einen Kampf zwischen dem Forscherdrang eines karrierebessenen Wissenschaftlers und der menschlichen Ebene einer maskenhaften Alkoholerin, die sich in den Affen verliebt und sich durch ihn verändert. Mir scheint jedoch, daß Hoeg sich gerade durch den philosophischen Anspruch des Romans gewaltig überhoben hat, denn um den Menschen eine Art satirischen Zerrspiegel vorzuhalten, dafür bleibt der Roman zu sehr ökologischer Thriller, der allenfalls mit ein wenig allgemeiner Gesellschaftskritik aufwarten kann, die man aber so auch schon oft gelesen hat. Warum sich Madelene auch noch in den Affen verlieben muß, um dann später ein Kind von ihm zu erwarten, ist mir ebensowenig klargeworden und mir scheint, daß Hoeg hier auf allzu konventionelle, fast kolportaartige Elemente zurückgreift, um nun alles in den Roman hineinzupacken, um seine oberflächliche Gesellschaftskritik auch ja populär zu machen. Letztlich bleiben seine Beschreibungen ohne Konsequenz, denn die beschriebenen oder kritisierten Verhaltensweisen werden längst nicht ausgeleuchtet und nur sehr kurz abgehandelt. Auch gibt es inhaltlich einige haarsträubende Ungereimtheiten: Madeleine trinkt reinen Alkohol, ohne Schaden zu nehmen; das Liebespaar flieht in eine unberührte Wildnis mitten in der Riesenstadt London und auch die Liebesbeziehung zwischen Madeleine und dem Affenmenschen ist wenig überzeugend, bisweilen recht peinlich zu lesen. Bei der Liebesgeschichte ist von einem eigenartigen "Glühen" die Rede, die der Affe in Madelene zustandebringt und auch die Wandlung der Alkholikerin Madelene ist für mich ganz und gar nicht überzeugend. Letztendlich ist "Die Frau und der Affe" ist ein mehr als dürftiger Wissenschafts-Thriller.

Christoph Steven






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