Christian Heermann

Der Würger von Notting Hill

Krimi. Das Neue Berlin,

Christian  Heermann: Der Würger von Notting Hill

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Beresford Brown wollte in seiner Küche ein kleines Wandbrett für sein Radio anbringen. 'Die Hammerschläge klangen hohl, die Nägel fanden keinen Halt. Mr. Brown versuchte es an einer anderen Stelle. Ein Schlag, und wieder war der Nagel verschwunden. Beresford Brown fluchte. Dann riß er ein kleines Stück Tapete herunter. Er hatte geglaubt, daß es die Außenwand sei, aber offenbar gab es hier so etwas wie einen Alkoven. Seine Neugier war geweckt, und Beresford Brown suchte eine Taschenlampe. Dann schaute er in die Öffnung hinein und erstarrte. Der Lichtstrahl ertastete eine nackte, aufrecht sitzende Frauenleiche.' Diese Leiche war eines der acht Opfer des Würgers von Notting Hill, John Reginald Christie, der in den vierziger Jahren in London sein schauriges ‚Handwerk‘ betrieb.

Nicht nur die Titel- Geschichte des abnorm veranlagten Mörders Christie liest sich spannend wie ein Krimi. Christian Heermann verfaßte die Sammlung der 'großen Londoner Kriminalfälle' bereits in den sechziger Jahren. Seit 1970 erlebte der Band in der DDR mehrere Auflagen. Im Frühjahr 1999 erschien im gleichen Verlag die neunte, erneut überarbeitete und aktualisierte Auflage. Im Vergleich zur Ausgabe von 1987 fällt ins Auge, daß die wesentlich zahlreicheren Illustrationen textbezogen in den Band eingefügt wurden. Die Story‘s werden dadurch anschaulicher, faßbarer. Anzahl und Gliederung der Kapitel entsprechen in etwa der älteren Ausgabe. Heermann hat die in der DDR (insbesondere für Veröffentlichungen) dienliche Kritik am kapitalistischen System nun behutsam entsorgt. Sätze wie; 'Das englische Justizsystem, zu jeder Zeit ein Machtinstrument der Herrschenden im Lande, ist über achthundert Jahre alt.' präsentieren sich nun geglättet; 'Das englische Justizsystem ist über achthundert Jahre alt.' Andere Abschnitte sind gänzlich verschwunden. In die Leerstellen passen fabelhaft kleine Illustrationen, so daß sich die Stärke der Ausgaben kaum geändert hat.

Anhand der spektakulärsten Kriminalfälle wird die Geschichte des Scotland Yard erzählt. 'Es sind starke, ruhige und stille Männer, die, unbewaffnet und mit lang bewährter Autorität bekleidet, Gesetz, Ordnung und Sicherheit verkörpern. Sie stellen das Wunder Europas dar,' meinte der Romancier P.C. Wren zu wissen. In packendem Stil läßt Heermann die Anfänge der englischen Verbrecherjagd Revue passieren. Schon die ungesühnten Verbrechen des mordlustigen Königs Heinrich VIII. gehören in diesen Katalog. Von grausamen Hinrichtungspraktiken wie Schleifen, Enthaupten und Vierteilen ist die Rede. Bis ins neunzehnte Jahrhundert hinein gehörte England zu den Ländern mit den härtesten Strafgesetzen. Mit der wachsenden Bevölkerungszahl Londons stieg auch die Zahl der Verbrecher. Um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert lebten allein dreißigtausend Menschen von Einbrüchen, in den Slums von Shoreditch waren zahlreiche Taschendiebe nicht älter als fünf Jahre. Im Jahre 1829 beschloß das Parlament auf Initiative des Innenministers Robert Peel das Gesetz zur Gründung der ‚Metropolitan Police of London‘. Als Präsidium der Metropolitan Police wurde das Gebäude Whitehall Place Nr.4 ausgewählt. Die Polizisten benutzten jedoch meist den Hintereingang, der zum Great Scotland Yard führte, einem Platz, an dem einst der Residenzpalast der schottischen Könige gestanden hatte. Schon bald nannten die Londoner das Gebäude 'Scotland Yard' und der Name übertrug sich auf die Polizei selbst.

Soviel zu den Anfängen. Welche Rolle Charles Dickens, Arthur Conan Doyle und Edgar Wallace für die Detektive von Scotland Yard spielten, wie Jack the Ripper, Doktor Crippen und der Säuremörder in London ihr Unwesen trieben und wie das Fingerabdruckverfahren entwickelt wurde, sollte man sich unbedingt von Christian Heermann erzählen lassen!

von Anne Hahn 






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