Erich Hackl

Auroras Anlaß

Roman. Diogenes, 144 Seiten. ISBN: 3-257-21731-5

Erich  Hackl: Auroras Anlaß

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Auroras Anlaß erschien 1989 und ist der Debütroman des damals 33jährigen österreichischen Autors Erich Hackl. In Auroras Anlaß beschreibt Hackl die wahnsinnige Tat einer Frau im Madrid des Jahres 1933.

Unspektakulär beginnt Hackl mit dem Hauptereignis seines Buches: "Eines Tages sah sich Aurora Rodrigues veranlaßt, ihre Tochter zu töten". Aurora Rodrigues wird vor Gericht gestellt, danach werden die Hintergründe ihrer wahnsinnigen Tat aufgerollt. Schon früh wurde die Frau mit Utopien eines besseren menschlichen Zusammenlebens konfrontiert. Ihr Vater träumte von einer Gesellschaft, wo Menschen ihren Fähigkeiten und Neigungen entsprechend eingesetzt würden. Unterordnung, auch der Frau unter den Mann Zwang und Fügen wären abgeschafft. Aurora erfährt die Benachteiligung gegenüber ihren Brüdern, ihre Anpassung an gesellschaftliche Konventionen, fühlt sich ausgesperrt von gesellschaftlichen Privilegien. Ihre Träume von einer besseren Welt will sie im Heranziehen einer Tochter verwirklichen. Am Tage ihrer Großjährigkeit sucht sie per Anzeige einen Mann, der willens ist, mit ihr ohne sie zu heiraten, ein Kind zu zeugen – eine für diese Zeit provozierende und ihr eigenes Leben gefährdende Handlung. Erst als sie nach Madrid reist, findet sie den geeigneten Erzeuger und gebiert schließlich eine gesunde Tochter, die sie Hildegard nennt. Hildegard soll nach dem Plan der Mutter eine ideale Frau werden, die ihre Träume von einer besseren Welt als fähige, selbständige Frau verwirklicht.

Hackl erzählt die Geschichte von der unerhörten Tat einer enttäuschten Tat mit glasklaren Beschreibungen, einer unaufgeregten, stilistisch genauen Darstellung. Auf anrührende Effekte und schockierende Beschreibungen allzudeutlicher Betroffenheit wird ebenso verzichtet wie auf allzu deutliche moralisierende Hinweise, wenngleich Hackls Literatur aus einem starken politischen Engagement, aus dem Gespür für ungewöhnliche menschliche Verirrungen erwachsen ist. Der Mord der Mutter an ihrer für ihre eigenen Zwecke verplanten Tochter bleibt ein sachlicher Fall, es bleibt dem Leser selbst überlassen, die einzelnen Momente der Geschichte für sich selbst zu werten. Allerdings ist Hackl gerade in Auroras Anlaß bisweilen ein umständlicher Chronist. Sobald er auch Nebensächlichkeiten stößt, werden diese ebenso wortgenau und ausführlich geschildert. Nur zu gerne verläßt der Autor das eigentliche Thema, um Details zu beschreiben, die mit der eigentlichen Sache wenig zu tun zu haben. Auch unterbricht er packende Schilderungen durch ein Urteil oder schweift ab, um Einträge aus Tagebüchern oder Literatur, die Aurora beeinflußt hat, einfließen zu lassen.

Die Erzählung "Auroras Anlaß" ist ein Versuch, über das Ungeheuerliche, über den tragischen Fall einer mißglückten Utopie zu berichten und die Fakten für sich sprechen zu lassen – dies ist dem Autor mit wenigen Einschränkungen auch gelungen.

Christoph Steven






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