Alfred Hackensberger

I Am Beat

Undefined. Rotbuch Verlag, Hamburg. ISBN: 3-880-22506-0

Alfred  Hackensberger: I Am Beat

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Spuren von Heroin, Kokain, Methadon, Marihuana und Valium stellte die Schwester beim Urintest sicher; der Patient war der 81jährige Herbert Huncke (*1915 Greenfield, Massachusetts, + 1996 New York), das „role model“, der Erz Rolling Stone der Beat Generation oder, wie Allen Ginsberg sagte, „der Erfinder der Sprache, Verhaltensweisen und psychologischen Grundmuster, die später als ‚hip‘ bezeichnet wurden“. Alfred Hackensbergers Huncke Biographie basiert auf mehreren Gesprächen, die der Journalist mit Huncke auf dessen Zimmer im Chelsea Hotel geführt hat. Aus dem authentischen Blick ergibt sich manche Verschiebung im Bild der Beats, vor allem, was die Anfänge betrifft, etwa wenn Greenhorn Ginsberg dem süchtigen Huncke Zugang zu seiner Wohnung gewährt und der ihn prompt übers Ohr haut oder wenn Burroughs als unerfahrener Novize bei Huncke auftaucht, um sich von ihm den ersten Schuss seines Lebens setzen zu lassen. Herbert Huncke beeindruckte sie alle, auch Kerouac, denn er hatte bereits von 1927 bis 1939 „on the road“ gelebt: als Hobo, Stricher, Dieb, Dealer, als Junkie durchwegs. X-fach haben die Beats ihn literarisch porträtiert, ihm aufs Maul geschaut, ihm Figuren gleichsam vom Leib geschrieben. Und obwohl er selbst nur wie nebenher schrieb und ein beträchtlicher Teil seines Werks unwiderruflich in seinem Lebenschaos verscholl, kann sein sprachlicher Einfluss auf die Beat Culture und die nachfolgenden Strömungen kaum überschätzt werden. Huncke war nicht nur ausschlaggebend für die semantische Aufladung des Wortes „beat“, er war die Schaltstelle schlechthin für zahlreiche Begriffe, die von der schwarzen zur weissen Subkultur wechselten bzw. von der Strasse in jenen Intellektuellenkreis gelangten, der nach dem Zweiten Weltkrieg in New York eine neue Vision suchte und in den 50er Jahren als Beat Generation an der mentalen Chronik des 20. Jh.s mitgeschrieben hat. Dass Hunckes Beitrag oft marginalisiert wird, hängt wohl auch mit dem Umstand zusammen, dass Huncke in den 50er Jahren rund 10 Jahre im Gefängnis sass und dadurch von der Blütezeit des Beat Movement ausgeblendet war (von seinen einstigen Bewunderern erhielt er in all den Jahren übrigens nicht einmal eine Postkarte); der Grund für Hunckes Marginalisierung könnte zudem darin liegen, dass Literaturgeschichtsschreibung primär schriftorientiert funktioniert; die lebendigen, oft abgründigen oder absurden Impulse aber, die zu Texten führen, hat sie allzulange als blosse Anekdote wahrgenommen, hat sich zumal in der Kraft des gesprochenen Worts verschätzt und damit die akademische Frigor-Technik par excellence betrieben: Totengräberei unter dem Deckmantel geistreicher, aber saftloser Textimmanenz. Auch dagegen ist Hackensbergers Huncke-Recherche in ihrer Dokumentationsprägnanz ein starkes Gegengift.

Florian Vetsch






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