Lars Gustafsson

Palast der Erinnerung

Roman. Carl Hanser Verlag, ISBN: 3-446-18528-3

Lars  Gustafsson: Palast der Erinnerung

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ISBN 3-446-18528-3.

Die Bücher des schwedischen Erzählers Lars Gustaffson sind eine Mischung aus unerhört klarem und scharfsichtigem philosophischem Denken, gleichzeitig aber immer wieder voller bizarrer Einfällt. In "Palast der Erinnerung" zieht der Romancier, Lyriker und Philosoph eine Zwischenbilanz seines Lebens.

Der Palast der Erinnerung ist eine Hilfskonstruktion der Antike und dient zur Orientierung des Gedächtnisses. Von Anfang an zeigt Gustaffson, daß seine Erinnerungsarbeit nichts mit der exakten Aufarbeitung autobiographischer Ereignisse zu tun hat, sondern daß auch hier etwas erfunden wird: "Gestern abend, kurz vor dem Einschlafen, habe ich mir einen Palast der Erinnerung konstruiert," schreibt er. Seine Erinnerungen sind so gestaltet, daß Autobiographisches zwischen Realität und Erfindung, zwischen Erlebtem und Erfundenem in der Schwebe bleibt. Erlebnisse, Personen und Ereignisse diesen ihm als Mittel für eine Kunst der Erinnerung, sie geben Anlaß zu Reflexionen, Phantasie, Dichtung. Seine Erinnerungskunst ist eine spielerische. Er versucht erst gar nicht, eine authentische Erinnerungsarbeit zu betreiben, sondern für ihn ist klar, daß auch eine Autobiographie eine versponnene Form von Literatur darstellt. Exakte Wiedergabe der Realität darf man also in diesem Buch nicht erwarten.

Gustafsson erzählt von seiner Jugend in Västeras, von den nächtlichen Schwarzmarkt-Expeditionen mit seinem Vater, er berichtet über seine Zeit als Student der Philosophie in Uppsala und seine Freundschaft mit Per Olav Enquist, referiert kurz die philosophischen Systeme, die sein Weltbild prägten und schildert speziell für die deutschen Leser seine Erfahrungen in Deutschland. Zum Schluß kehrt er zu seinem Vater Einar zurück, dem er ein ganzes Kapitel widmet und mit dessen Tod das Buch endet.

Dabei jongliert er mit den Themen wie sie gegensätzlicher nicht sein könnten: Ein Bekenntnis zur Philosophie einfacher Leute wie seiner Tante Svea, eine essayistischen Auseinandersetzung mit der Tatsache, was es bedeutet, ein Jude zu sein; detaillierte Anekdoten, die nicht selten von hoher Komik sind. Etwa, als er 1978 zwei Tage mit dem Logiker Kanger verbrachte und, während er mit ihm über formale Logik diskutierte, sie gemeinsam, ausgerüstet mit langen Messern, zwei Schweine zerteilten. Dargeboten wird diese Erinnerungskunst im unaufdringlichen Plauderton wie er eher für amerikanische Schriftsteller typisch ist als für skandinavische.

"Palast der Erinnerung" ist sicherlich das zugänglichste Buch des schwedischen Schriftstellers. Gleichzeitig bietet es eine hervorragende Einführung in Leben und Gedankenwelt des Autors. Das Buch ist ebenso anspruchsvoll wie amüsant, philosophisch wie verrückt.

Christoph Steven

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