Hansruedi Giger

The Mystery Of San Gottardo

Kunst. Taschen, ISBN: 3-8228-729-1

Hansruedi  Giger: The Mystery Of San Gottardo

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Köln 1998 Taschen Verlag ISBN 3-8228-729-1

Giger ist spätestens seit dem Kultfilm "Alien" nicht länger nur Höllenbewohnern als der Bosch des 20.Jahrhunderts bekannt. Nun ist es in einer Zeit der Bilderfluten, der unendlichen Ströme furchtbarer Bilder keine kleine Anstrengung mehr, die Zeitgenossen mit einem Überhorror zu konfrontieren, der über den bekannten Schrecken der Kriegs- und Vernichtungsbilder hinausgeht. Giger gelingt diese Transzendenz in seiner Ästhetik des hyperrealen Schreckens, der ästhetizistischen Häßlichkeit mit einer Energie, die sich aus dunkelsten Quellen speist.

"The Mystery Of San Gottardo" ist als "Komödie" untertitelt und der Leser benötigt mindestens pechschwarzen Humor, um hier zu lachen. Im Gegensatz zur Perfektion seiner Spritzpistolenmalerei präsentiert Giger hier seine Ein- und Ausfälle skizzenhaft. Diese Skizzen sind Illustrationen zu Texten, die nicht minder grotesk, absurd-schrecklich, fröhlich-pervers sind. In - wie Foucault sagen würden - Heterotopien versammeln sich seine Körperteilwesen, Biomechanoiden und anderes Höllengetier in einer Komödie der Alpträume.

Das Biomechanoide ist das Paradigma des gigerschen Universums. Weder Mensch noch Maschine sind autonom und diskret getrennt. Nur Zwitterwesen, Hybride, Monster aus Metall und Fleisch können in diesem Höllenenvironment überleben. Giger gestaltet in seinen Wesen den Vorschein auf virtuell-naturale Alpträume, die schon bald im cyberspace noch härter konturiert werden können. Von den Surrealisten unterscheidet ihn die Beschwörung einer artifziellen Wirklichkeit, die nicht auf das subtile Spiel der Zeichen setzt. Giger ist ein polymorph-perverses Kind, das den Zusammenhang der Schreckensbilder inszeniert, ohne sich von lästigen Vorgaben des Rationalen beherrschen zu lassen.

Seine Formalisierungen dagegen delirieren nicht, er ist nicht angefochten von den wilden Farbstürmen des Expressionismus oder des Informel. Giger kontrolliert in seiner Kunst das Unkontrollierte der Natur wie der Hypernatur mit photorealistischen Techniken und harten Konturen, die den Schrecken auch formal verifizieren wollen. Sein Verhältnis zu den Monstren ist das des fiktiven Malers in einer Geschichte Lovecrafts, der die Wesen der Finsternis eben nicht imaginiert - sondern von Fotografien überträgt. Vermutlich hat auch Giger eine reiche Fotosammlung seiner unheimlichen Atelierbesucher, die wissen, was sie an ihm haben, da nur wenige Sterbliche diesen Schrecken ertragen. Man muß also Giger heißen, um das Mysterium von San Gottardo zu inhalieren, ohne in die Psychatrie überwiesen zu werden. Dem Taschen-Verlag gebührt der Verdienst, den Schweizer Höllenreisenmaler umfassend dokumentiert zu haben. Ab jetzt kann keiner mehr behaupten, von den Nachtmahren, subliminalen Höllenhunden, Armbeindas oder Kyberghulen nichts gewußt zu haben. Sie sind unter uns und kommen langsam näher...

Dr. Goedart Palm

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