Thomas Gifford

Aquila

Krimi. G. Luebbe, Bergisch Gladbach. ISBN: 3-785-72027-0

Polly mit Prof auf der Flucht
Thomas  Gifford: Aquila

Dieses Buch Freunden weiterempfehlen.

Dieses Buch kaufen bei Amazon.de

Buy Thomas Gifford: Aquila at Amazon.com (USA)

Weitere Buchbesprechungen bei Amazon.de.

Polly mit Prof auf der Flucht

Was wäre, wenn ein Nationalheld sich als Verräter herausstellte? Der Autor des Vatikanthrillers "Assassini" erkundet hier die möglichen Folgen einer solchen Entdeckung. Und er zieht ein paar unangenehme Parallelen zu jenen Leuten, die heute in den Geheimdiensten arbeiten: Sie arbeiten vorgeblich für uns, aber spielen in einem Spiel mit, in dem sie auch die "Gegenseite" gut kennen – vielleicht besser, als uns lieb sein kann.

Handlung

Im 2. Jahr des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges, den die Amis "Revolution" nennen, sieht ein junger Soldat der Rebellen, William Davis, auf seiner Patrouille drei Offiziere im Wald zusammensitzen. Sehr verdächtig: zwei davon sind Engländer! Und der dritte klingt wie ein Amerikaner. Bei einem Schusswechsel gelingt es Bill Davis, das Dokument zu schnappen, das der Amerikaner unterzeichnete. Er ist entsetzt: Der Ami war ein Spion der Engländer – sein Codename: Aquila. Bill gelingt es noch, das Dokument in seinen Sachen zu verstecken, bevor er anderntags überfallen und ermordet wird.

Am Vorabend der 200. Unabhängigkeitsfeiern versucht ein Nachfahre von Bill, dem Harvardprofessor Colin Chandler dieses Dokument zu übergeben, doch Chandler ist schon nach Hause. Wenige Stunden später ist der junge Davis tot, erschossen von zwei russischen Agenten. Auch der Antiquar, dem Davis das Aquila-Dokument übergeben hat, bevor er starb, überlebt seinen Kunden nicht lange. Doch die Agenten gehen leer aus – das Dokument wurde verschickt – an wen nur?

So fangen die meisten Agentenromane an. Doch "Aquila" hat einen besonderen Dreh: Im Mittelpunkt steht nicht ein Profispion, sondern ein weltfremder Mann des Geistes, insbesondere der amerikanischen Geschichte. Prof. Chandler sieht sich denn auch äußerst unwillig ins Rampenlicht der Öffentlichkeit gezerrt, als die TV-Reporterin Polly Bishop ihn nach seiner Verbindung zum ermodeten Studenten Davis befragt. Chandler stelle ich mir wie Sean Connery vor: Eine Mischung aus dem weltfremden Indiana Jones SENIOR und dem Agenten, der als Antiquar ins "Russland-Haus" nach St. Petersburg reist, um einen Dissidenten zu kontaktieren.

Denn mit dem unscheinbaren Prof ist nicht gut Kirschen essen, wie die zwei idiotischen russischen Agenten am eigenen Leib erfahren müssen. Wer seine George-Washington-Büste zerdeppert, muss mit dem Schlimmsten rechnen! Wenig später enttarnt er sogar zwei amerikanische Agenten, die auf ihn angesetzt sind, ohne viel Mühe: Sie haben eine Wanze in seinen Humidor, der die Form des Kopfes von – na, von wem wohl? – George Washington hat, platziert. Zusammen mit seinem standhaften Kollegen Hugh Brennan und der unwahrscheinlich schönen und sympathischen Polly Bishop gelingt es Chandler, hinter das Geheimnis des Studenten Davis zu kommen und den Agenten sogar noch einen Schritt voraus zu sein.

Das Katz-und-Maus-Spiel führt sie bis an die kanadische Grenze und in ein explosives James-Bond-Szenario, in dem Polly eine überraschend gute Figur macht. Aber wozu und warum das alles? Wie kommt es, dass sich gleich zwei Geheimdienste um sie "kümmern"? Und welches Doppelspiel treibt Chandlers Dekan, der sonst so verlässliche Bert Prosser, der sie überhaupt erst hierher zwischen die Fronten geschickt hat?

Fazit

Es muss wohl kaum kaum noch erwähnt werden, dass der amerikanische Verräter aus dem jahr 1778 natürlich der größte Held des Professor Chandlers ist. Als er dies herausfindet, bricht natürlich für ihn eine Welt zusammen. Es sei denn, das Davis-Dokument ist eine dreiste Fälschung. In dieser entfremdeten Situation hilft ihm lediglich seine Liebe zu Polly wieder auf die Beine (schön, dass es Frauen gibt, gell?).

Was zunächst als Streich begann, denn der Chef des russischen KGB seinem amerikanischen Gegenspieler beim CIA spielen wollte, nimmt aufgrund der stümperhaften Ausführung sehr schnell groteske und ziemlich blutige Züge an. An der kanadischen Grenze findet schließlich der Dritte Weltkrieg en miniature statt – so schnell kann's gehen, wenn man nicht aufpasst bzw. zu berechenbar ist.

"Aqila" ist sehr flott zu lesender Thriller: Ich brauchte nur 2,5 Tage dafür. Und die Lektüre macht aufgrund des wunderbaren Liebespaares im Mittelpunkt viel Spaß. Lediglich im letzten Drittel, wenn die ganze Chose den Bach runtergeht, wird's richtig ernst. Der Leser darf um seine Heldenfiguren bangen und muss zudem etliche Erklärungen über sich ergehen lassen, die ihm halbwegs eh schon klar waren.

Wenn die anderen Bücher von Gifford ebenso gut sind wie dieses, sollte man nicht zögern, sondern zugreifen!

Michael Matzer © 2001ff

Info: The Glendower Legacy, 1978; Lübbe 2001, Bergisch Gladbach; 368 Seiten, DM 39,80, aus dem US-Englischen übertragen von Vera Mansfeldt

Wörter:






Bücher neu und gebraucht
bei amazon.de

Suchbegriff:


eBay


Bücher gebraucht oder neu bei booklooker.de
Autor:
Titel:
neu
gebraucht

Ihr Kauf bei unseren Shop-Partnern sichert das Bestehen dieses Angebotes.

Danke.


Weitere Rezensionen in der Kategorie: Krimi  



Partner-Shop: Amazon.de

Aquila Amazon.de-Shop
Thomas Gifford: Aquila

Partner-Shop: Amazon.com (USA)

Buy Thomas Gifford: Aquila at Amazon.com (USA)

carpe librum ist ein Projekt von carpe.com  und © by Sabine und Oliver Gassner, 1998ff.

Das © der Texte liegt bei den Rezensenten.   -   Wir vermitteln Texte in ihrem Auftrag.   -   librum @ carpe.com

Impressum  --  Internet-Programmierung: Martin Hönninger, Karlsruhe  --  19.06.2012