Jean Mark Gawron

Träume aus Glas

SF. Heyne, München. ISBN: 3-453-16175-0

Jean Mark  Gawron: Träume aus Glas

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"Das Kultbuch einer neuen Generation" - so titelt zumindest der Klappentexter von Heyne. Bei mir hinterließ das Buch jedoch einen ganz anderen Eindruck: selten habe ich etwas so verwirrendes und unbefriedigendes gelesen. Dabei ist es bestimmt nicht schlecht, aber über große Strecken erinnert das Ganze mehr an einen existenzialistischen Diskurs als an einen SF-Roman (so erstaunt auch die Aussage in der Danksagung nicht, dass das Buch seine Entstehung "einer Vorlesung in Rechtsphilosophie" verdankt).

Die Story ist dabei schnell erzählt. Als die Interfacerin Alexa Augustine bei einem Anschlag ums Leben kommt, kann ihre Persönlichkeit noch gerettet und im großen und ganzen auch rekonstruiert werden. Als die wieder hergestellte Augustine sich auf die neue Situation einzustellen versucht, wird ihr schnell bewusst, dass sie nicht mehr die ist, die sie einmal war: Ihre Fähigkeit, das weltumspannende Netz zu manipulieren hat sich immens verbessert, so dass die Regierung in ihr die einzige Chance sieht, den mysteriösen Virus zu vernichten, der das ganze "Netz" zu blockieren droht - doch da haben sie die Rechnung ohne Augustine gemacht.

Doch diese Handlung ist nur nebensächlich: viel stärkeres Augenmerk legt Gawron auf die Augustine umgebende Gesellschaft, die "Theokratie der Rose". Diese ist en detail ausgearbeitet und wird auch in einer Vielzahl von Gesprächen erörtert (in wie fern unterscheidet sich beispielsweise das Konzept der "inneren Monade" bei Leibniz und Charles von der Rose?). Größtenteils geht es dabei um das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft, um die Frage nach Bewusstsein und um die Abgrenzung von Mensch und KI.

Wer sich von dieser Art Literatur angezogen fühlt kann blind zugreifen, aber für den Großteil der potentiellen Leser dürfte die Lektüre zur Qual werden: die Handlung bekommt man nur in groben Zügen mit, wobei Gawrons Stil seinen Teil dazu beiträgt - und auch die Zitate von Schopenhauer und Konsorten erhöhen nicht gerade den Lesefluss. Dabei ist beispielsweise Gawrons Konzept des Netzes und der quasi zum Multitasking fähigen Interfacer wirklich gelungen, einzig die Umsetzung dürfte für den durchschnittlichen Leser ungeeignet sein.

Oliver Faulhaber






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