Petra Ganglbauer

Tränenpalast

Roman. Milena, Wien. ISBN: 3-852-86067-9

Petra  Ganglbauer: Tränenpalast

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Die 1958 in Graz geborene, nun in Wien lebende Autorin Petra Ganglbauer legt mit "Tränenpalast" ihren ersten Roman vor. Die Sequenzenhaftigkeit ihrer vorangegangenen Bücher "Briefe ohne Gesicht" und "Täter sind Risse. Betrachter." ist jedoch auch ein wesentliches Stilmittel des Romans. Auf eine Verletzung folgt ein krasser Schnitt, der im Leser das Bild der Wunde zurücklässt. Der Text hält auf dem Papier inne, hat jedoch etwas in Gang gesetzt, verweilt bis der Leser einlenkt in die nächste Sequenz.

"Tränenpalast" erzählt von Laura, vor allem von deren Kindheit. Von frühen Erfahrungen in Bezug auf die direkte Umgebung, die Eltern: "In diesem Abteil, Zuhause genannt, war es dunkel und kalt. Edelstahlstangen. Sie sah sich in einer Kältehalle wieder. Edelstahlstangensäulen."

Von Lauras erster Begegnung mit einem "MannMann". Vom Onkel, und schließlich von Ida: "Gesicht und Hände. Sauber geleckt. Idas Katzenwäsche. Die Hände zwanzigmal pro Tag. Nach jeder Berührung mit Menschen oder Klos. Ida. Ata. DDT."

Der Roman unterteilt sich in Abschnitte, die jeweils eine Person, bzw. einen Erlebnisschwerpunkt skizzieren. Das Erinnerte, Erlebte der Person Laura allerdings ist auch für die Autorin, die ja selbst Laura sein könnte, nicht wirklich zu fassen. Immer wieder scheint es festgeschrieben, bleibt in diesem Zustand allerdings nur einen Moment, schnellt auf, entfaltet sich, springt davon. Das ist natürlich der große Reiz des Textes.

Die Verstörung des Textes ist nachvollziehbar weil unpathetisch. Und gerade im sprachlichen WIE steckt die Qualität.

Der Anhang "Die Träume" durchleuchtet die Gefühlssphären dreier Personen genauer. Die des "schwarzen Quadrats": "Unkenntlicher Lärm, auuuuuuuu / unkenntlicher Läääärrrrrmmm / mmmmmuß mir die Augenohren schließen / Weltblendung, irisierende Farbkleider / keine Flügel / die Sonne / Rauschen /barbarisch, das alles / das alles / das alles", Idas: "dasgewühltieferergängekrustenhellrotehändedeuten mirfleischhosenbedeuteneinedüsterewerkstattvollrohemrotembrecheneinesgroßensaftigenstücksdazwischen frauenhaartiefschwarzdauerwellespanischoderitalienischflamencocicotorrianitaucheichtaucheichohund" und schließlich Lauras: "Ein Schrei begleitet mich durch einen dunklen Gang. Ich drehe mich um und kann nichts sehen. Der Schrei hält an, verstärkt sich. Ida steht am andern Ende des Ganges und starrt mich an. Sie ist ein großer verschmierter Fleck. Der Fleck schreit unaufhörlich weiter, bis in mein Erwachen hinein."

"Kein Ende von allem.", heißt die letzte Zeile. Der Text hat Lauras Geschichte aus verschiedensten Blickwinkeln erzählt, ohne jemals voyeuristisch zu sein. Hat dem Speziellen jedoch auch den Wert der Allgemeingültigkeit gegeben. Auch das bleibt.

Mike Markart






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