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Was geschieht, wenn sich ein Autor einen gescheiterten englischen Philosophen
ausdenkt, der folgende Eigenschaften hat: er ist Mitte Fünfzig, fettleibig,
faul, alkoholabhängig und hat neben Frauen nur griechische Philosophie
im Kopf? Es entsteht eine Klamotte, denn erschwerend kommt noch hinzu,
daß dieser Philosoph in Südfrankreich auf Bankraubzug geht.
Das sei alles sehr an den Haaren herbeigezogen? Es kommt noch dicker: Sein
einarmiger und einbeiniger Compagnon, der außerdem als Bluter an
AIDS leidet, dennoch ein heiterer Geselle ist, macht aus den Raubzügen
furiose Kabarettnummern. Einer Bank, deren Bares sich auf bescheidene 4000
Francs beläuft, schenkt er einfach ein Vielfaches. Als die Beiden
einem anderen Räuberduo ins Gehege kommen, fordert er seine Kollegen
zu einem seltsamen Duell, und außerdem kündigt er die Überfälle
vorher in der Presse an. Dazwischen werden aberwitzige Episoden aus dem
Leben des Philosophen Eddie Coffin gestreut, der sich durchs Dasein gemogelt
hat, in dem er Stipendien veruntreut und Verlagsvorschüsse versoffen
hat. Einer der grotesken Höhepunkte ist Coffins Versuch, mittels eines
Mediums Informationen über das zu bekommen, was nach dem "Großen
Vorhang" passiert. Der herbeizitierte griechische Lyriker hat aber
nichts anderes zu tun, als fluchend an seinem Medium herumzugrabschen und
dieses zu veranlassen, zwei Flachmänner in ihre Nasenlöcher zu
entleeren.
Die Slapsticknummern werden ergänzt um Ausflüge in die griechische
Philosophie, die auch nicht gerade ernstzunehmen sind. Eddie Coffin hat
eine Vorliebe für den Buchstaben "z", dem wichtigsten Buchstaben des
griechischen Alphabets. Also würzt er seine Mono- und Dialoge mit
entlegenen Fremdwörtern, die mit "z" beginnen. Diese zu enträtseln
hilft gelegentlich das Glossar. Wie in seinem Leben schwankt Coffin in
seiner Sprache zwischen Gosse und Hörsaal, zwischen Suff und Sokrates.
Der Übersetzer muß bei seiner Arbeit mächtig ins Schwitzen
gekommen sein. "Aphorismen" wie: "Wenn's um das nackte Überleben geht,
sollte man nicht dumm aus der Wäsche gucken", sind noch harmlos. Die
zahllosen Kalauer (eine Bank ist eine "Peep-Show der Piepen") müssen
die Übersetzung zur Tortur gemacht haben.
Tibor Fischers zweiter Roman ist nicht mehr und nicht weniger als eine
Klamotte in der Tradition von Monty Python. Wer akzeptiert, daß das
Buch ein Riesen-Schabernack ist, wird vorzüglich bedient. Matthias
Kehle
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