Michael Crichton

Jurassic Park

SF. Del Rey, New York. ISBN: 0-345-37077-5

Michael  Crichton: Jurassic Park

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In einer Küstenregion von Costa Rica geschehen im Jahre 1989 merkwürdige Dinge. Ein kleines Mädchen wird am Strand von einer ungewöhnlichen kleinen Echse gebissen und stirbt beinahe an einer allergischen Reaktion, auch aus anderen Gegenden Costa Ricas werden Echsenbisse gemeldet. Betroffen sind fast ausschließlich schlafende Kleinkinder, es kommt dabei sogar zu einigen Todesfällen. Der Biologe Marty Guitierrez beschließt, der Sache auf den Grund zu gehen und bezieht einen Tag lang Posten am Strand. Als er nach einem aufreibenden Tag am Abend unverrichteter Dinge nach Hause fahren will, sieht er plötzlich einen Brüllaffen, dem eine halb gefressene Echse aus dem Maul hängt. Überzeugt, eine Spur gefunden zu haben, schickt er das Fragment an ein Institut für Tropenmedizin, um es auf Krankheitserreger untersuchen zu lassen. Eine der dortigen Laborangestellten wundert sich über das merkwürdige Aussehen des Tieres, das sie stark an die Dinosaurier erinnert, die ihr Sohn immer zeichnet. Sie beschließt deshalb, sich mit einem Fachmann in Verbindung zu setzen und schickt per Fax ein Röntgenbild an den Paläontologen Alan Grant, der sich gerade bei Ausgrabungen am sog. Eierhügel in Montana befindet.

Grant, der zunächst an einen dummen Scherz glaubt, traut seinen Augen nicht, als das Fax bei ihm eintrifft. Zu der Aufregung, die es bei ihm und seiner Assistentin Ellie Sattler hervorruft, kommt hinzu, dass beide aufgefordert werden, zusammen mit dem Anwalt Donald Gennaro und dem Mathematiker Ian Malcolm ein Wochenende lang einen Vergnügungspark zu überprüfen, der seine Tore ein halbes Jahr später öffnen soll. Mit der Aussicht auf das Honorar, das ausreicht, um ihre Ausgrabungen im nächsten Sommer zu finanzieren, lassen Grant und Sattler sich überreden, diesen lukrativen Wochenendjob als Fachgutachter anzunehmen. Bei ihrer Ankunft auf der Costa Rica vorgelagerten Isla Nublar erleben sie dann die Überraschung ihres Lebens, als sie feststellen, dass es sich nicht um einen herkömmlichen Vergnügungspark handelt, sondern um einen Zoo, in dem geklonte Dinosaurier als Touristenattraktion gehalten werden. Sie sollen nun beurteilen, ob der Park für Besucher sicher ist.

Außerdem befindet sich noch Dennis Nedry auf der Insel, der das Computersystem für Dino Park programmiert hat, um die letzten Bugs zu bereinigen. Nedry hat an diesem Wochenende jedoch noch mehr vor, als nur ein paar Programmierfehler zu beseitigen und löst dabei durch eine Verkettung unglücklicher Umstände eine Katastrophe aus.

Als in den 80er Jahren die Möglichkeit am Horizont auftauchte, DNA von prähistorischen Tieren zu isolieren, hat Michael Crichton diese Idee für sein wohl bisher bestes Buch aufgegriffen. Da man damals davon ausging, dass DNA in versteinerten Knochen kaum zu finden sein würde, erschien ihm die Idee, das genetische Material für seine geklonten Dinosaurier aus blutsaugenden, in Bernstein konservierten Insekten zu beziehen, plausibler. Warum sowohl die eine wie die andere Methode schier unüberwindliche Schwierigkeiten mit sich bringt, haben David Lindley und Rob DeSalle in ihrem Buch "The Science of Jurassic Park" sehr anschaulich dargestellt, darauf soll hier nicht näher eingegangen werden.

Was Jurassic Park so interessant macht ist, dass uns vor Augen geführt wird, was alles passieren könnte, wenn der sehr unwahrscheinliche Fall eintreten sollte, dass es wirklich jemandem gelänge, Dinosaurer wieder zum Leben zu erwecken. Könnte ein solches Projekt überhaupt funktionieren, welche Faktoren müssten dabei berücksichtigt werden? Crichton gelingt es hier wie in keinem anderen seiner Bücher, Wissenschaft und Fiktion so miteinander zu verknüpfen, dass der Leser sich von den Ausflügen in die Wissenschaftsgeschichte ebenso unterhalten fühlt wie von der eigentlichen Handlung. So erfährt man etwas über die Anfänge der Paläontologie, über ein paar der populärsten Dinosaurierforscher und bekommt obendrein die Grundzüge der Chaostheorie erklärt. Letzteres hat einen ganz besonderen Reiz, was daran liegt, dass Crichton mit Ian Malcolm, dem unkonventionellen Chaosforscher, der schwarz trägt, weil er sein Leben nicht mit Kleiderfragen verschwenden will, eine seiner liebenswertesten Romanfiguren geschaffen hat. Dass die meisten Figuren in DINO PARK leicht überzeichnet sind, stört nicht. Crichton hatte sicher nicht vor, ein Charakterdrama im Stil des 19. Jahrhunderts abzuliefern, ihm kam es wohl in erster Linie auf die Action und Spannung an, die kontinuierlich aufgebaut wird und gegen Ende des Buches mit dem Ausbruch der Velociraptoren ihren Höhepunkt erreicht. Nebenbei bemerkt geht er mit seinen Charkteren nicht eben zimperlich um, und die Tatsache, dass nicht nur Randfiguren die Insel nicht mehr lebend verlassen, lässt die Handlung glaubhafter erscheinen. Die Szenerie wechselt ständig zwischen den im Besucherzentrum Eingeschlossenen und denjenigen, die sich im Park mitten unter den Dinosauriern befinden.

Besondere Mühe hat Crichton sich mit der Beschreibung der verschiedenen Dinosaurierarten gegeben, wobei er sich auf die neuesten, Ende der 80er Jahre verfügbaren Erkenntnisse stützte. Seit den 70ern hat mit einer neuen Generation von Paläontologen, allen voran John Ostrom und dessen Schüler Robert T. Bakker, eine Revolution in der Sicht der Dinosaurier stattgefunden. Sie werden nun nicht mehr als kaltblütige, langsame Reptilien gesehen, die in Sümpfen leben mussten, um ihr enormes Gewicht tragen zu können, sondern als agile Landtiere, die wesentlich enger mit unseren heutigen Vögeln verwandt sind als mit Krokodilen und anderen Echsen. Von vielen kleineren Arten nimmt man inzwischen an, dass sie aktive, warmblütige Tiere waren, die zur Isolierung ein Federkleid wie Vögel hatten. Die neuesten Funde aus China und der Mongolei scheinen diese Theorie zu bestätigen, obwohl es wahrscheinlich niemals möglich sein wird, dies mit allerletzter Gewissheit zu sagen, es sei denn, jemand erfände eine Zeitmaschine und würde damit in die Kreidezeit reisen! Aber bei Jurassic Park befinden wir uns im Reiche der Fiktion, d.h. alles ist erlaubt, was die Phantasie des Lesers beflügelt. Vor unserem geistigen Auge werden Tyrannosaurus rex, Apatosaurus, Triceratops, Maiasaura und Velociraptor wieder lebendig und bevölkern die Isla Nublar mit ihrer Gegenwart. Sie sind die wahren Hauptakteure von Jurassic Park, die unvermittelt in eine Welt katapultiert wurden, die sich grundlegend von ihrer eigenen unterscheidet, die vor 65 Millionen Jahren unterging. Ihre Begegnung mit der Spezies Homo sapiens konnte nur chaotische Folgen haben.

Jurassic Park ist einer der Romane, die man nicht aus der Hand legen kann, wenn man sich einmal in die Geschichte vertieft hat. Er mag streckenweise etwas "technisch" anmuten, ist aber insgesamt eine der spannendsten Stories rund um ein wissenschaftliches Thema, die jemals geschrieben wurden. Einer der besten Romane der 90er Jahre von einer Qualität, die der Autor seither leider nie wieder erreicht hat. Absolut lesenswert.

Monika Hübner






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