Louis-Ferdinand Céline

Briefe und erste Schriften aus Afrika 1916-1917

Sach. Merlin, 198 Seiten. ISBN: 3-926-11280-8

Louis-Ferdinand  Céline: Briefe und erste Schriften aus Afrika 1916-1917

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Louis-Ferdinand Céline war ein zerissener Mensch und umstrittener Schriftsteller. Er deckte Widerstandskämpfer und kollaborierte mit der Vichy-Regierung; er verfaßte antisemitische Hetzschriften und schrieb gewaltige Romane von Weltrang wie die "Reise ans Ende der Nacht", die mit ihrer Sprache Autoren wie Henry Miller und Günter Grass beeinflußten.

Gerade 22jährig reiste der im ersten Weltkrieg Verwundete im Auftrag einer französischen Handelsfirma 1916 nach Kamerun - die ehemalige deutsche Kolonie war bereits in französischen Besitz übergegeangen. Sein Leben war bislang unstet verlaufen. Louis-Ferdinand war Lehrling, Laufbursche, Fabrikarbeiter und Soldat gewesen und suchte nun in Afrika sein Glück. Schnell stieg Destouches - wie er bürgerlich hieß - zum "Direktor einer Kakao-Pflanzung" auf und schreibt während der beiden Jahre in Afrika eine große Zahl an Briefen, vor allem an seine Eltern und an eine Freundin. Während er an seine Eltern sachliche Briefe mit der Bitte um Zusendung von allerlei Lebensnotwendigem schreibt, berichtet er Simone Saintu vom Kampf mit dem Alltag, von der Langeweile und vom Klima. Den Einheimischen geht er so gut es geht aus dem Weg. Nicht nur, daß er bei ihnen - eher ironisch - Kannibalismus vermutet und Frauen meidet ("sie haben alle die Syphilis"), er hält "die Neger" nicht eben für vollwertige Menschen. Mit dem Ziel, "einen Haufen Geld zu machen", quält er sich von Tag zu Tag, schreibt Witze und Rätsel an Simone und äußert sich wenig schmeichelhaft über Künstler wie Rodin. Céline schreibt erste Gedichte, er fabuliert, was er angeblich in London oder Paris erlebt hat, und er wendet sich gegen den Krieg. Mit bemerkenswerter Klarheit formuliert er aphoristisch knapp, was heute leider immer noch aktuell ist ("Ob man eine kriegstreiberische oder pazifistische Gesinnung vertritt, stets wird man sich mit seinen Argumenten im Irrtum befinden").
Célines Briefe und erste Schriften aus Afrika sind ein Sammelsurium von Erlebnissen und Gedanken eines hellen Kopfes, der später einmal ein bedeutender Autor werden wird. Vielleicht hilft dieses Sammelsurium, die Entwicklung des ebenso faszinierenden Schriftstellers wie abstoßenden Wirrkopfs zu verstehen.

Matthias Kehle






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