Otto Busdorf

Wilddieberei und Förstermorde - Das Original. Band I-III: Kriminalkommissar Otto, Busdorf. Jubiläums

Sach. Neumann - Neudamm, 25.00 EUR . ISBN: 3788808233

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Wilddieberei und Förstermorde - Das Original. Band I-III: Kriminalkommissar Otto, Busdorf. Jubiläumsausgabe

Nachdem es vor allem dem Herausgeber auch des nun vorliegenden Bandes, Erich Hobusch, zu danken war, dass die in den 50er Jahren verhackstückten Ausgaben des Kriminalkommissars und Förstermord-Spezialisten Otto Busdorf „Wilddieberei und Förstermorde“ neu aufgelegt worden waren, und er zudem noch einen Band mit einer ausführlich recherchierten Biografie von Otto Busdorf nachgelegt hatte, liefert Hobusch nun ein weiteres Meisterstück ab: Eine Neuauflage der Originalausgaben der Busdorfschen Bände von 1928ff!

Angeblich ist die Auflage auf 500 Stück beschränkt, durchnummeriert und handsigniert (von wem auch immer). Das mir vorliegende Exemplar enthält aber weder eine individuell erkennbare Nummer noch ein irgendwie zu würdigendes Signum. Doch kommt es ja eigentlich darauf wirklich nicht an. Alles andere, was da in meinen Händen ruht, ist erfreulich genug. Nummer und Signum kann ich auch selbst rein schreiben.

Mag es Leuten, die lieber mundgerecht Geschnittenes goutieren, fremd erscheinen – als Genießer ziehe ich derartige Originaleditionen den zeitgerecht zubereiteten Nachkriegsausgaben meilenweit vor. Und ich gratuliere Verlag und Herausgeber zu diesem Entschluss, den ich bei der Besprechung der anderen Bände schon längst herbeigewünscht hatte, seinerzeit noch unwissend, dass eine solche Original-Ausgabe längst bevorstand. Zugeständnisse an heutige Setztechnik etc., für die sich der Herausgeber in seinem Vorwort fast entschuldigt, seien da hochherzig durchgewunken …
Um am Guten nun auch wirklich ein volles und überfließenden Maß beizumessen, verfügt dieser Sammelband (er enthält die alten Busdorf-Bände I-III in einem Stück) auch noch über ein längst vermisstes Register.

Viele später gestreckte und verdünnte Ausdrucksweisen des umstrittenen Kriminalkommissars sind nun in dieser Ausgabe unverschnitten zu haben.
Busdorf, dem es wie jedem guten Kriminalkommissar immer schwer im Magen lag, wenn ein mühsam des Mordes überführter Verbrecher vom Gericht milde behandelt wurde, gibt das einem abgeschlossenen Fall folgende Strafmaß selten unkommentiert zur Kenntnis, dabei die seinem Beamtenstatus obliegende Achtung vor dem Urteil der Gerichte trotzdem wahrend.
Das klingt dann schon mal so (man möge mir das unautorisierte Zitieren einer meiner Lieblingsstellen vergeben): „Liegt der Fall besonders schwer, hat er [der mordende Wilderer –RWM] seinem gemeuchelten Opfer […] noch den Fangschuss gegeben, liegt also Tötung mit Vorsatz und Überlegung vor, so wird auf den längst verstorbenen Großvater zurückgegriffen, der nach dem Zeugnis der lieben Nachbarn „närrisch“ gewesen sei und diese Eigenschaft auf den vor Gericht stehenden Enkel vererbt habe. So wird dem alten Herrn, der sein Lebtag nur ein Trottel war und von Kindern und Verwandtschaft hin und her gestoßen wurde, noch nach seinem Tod Gelegenheit gegeben, sich nützlich zu machen.“ ( Bd. III; S. 30)
Und hat dann doch mal einer ein Urteil in Busdorfs Sinnen abgekriegt, kommentiert der Meister sinngemäß: „Er starb bald darauf eines plötzlichen Todes beim Läuten der Armsünderglocke im Landgerichtsgefängnis Thorn“ (Bd. I, S. 148)

Vor allem aber ist das Buch in der vorliegenden Form, mit all diesen Bildern von den Tatorten ein Beleg des furchtbaren Ausmaßes an Gewalt, sich in Folge der, durch die maschinenmäßig geführten Kriege verrohten, Gesellschaft auch in den Wäldern fortsetzte. Noch bestärkt durch die vagen Verheißungen der Revolutionen, sah man den Forstschutzbeamten als eine Art Freiwild, mit dem man als Mensch noch abends beim Wirte zechen konnte, um ihn als Beamten und Obrigkeitssymbol am nächsten Tage in freier Wildbahn ungerührt abzuknallen. Es gibt nicht nur einen Zynismus von oben nach unten – sondern das Gegenteil ist ebenso präsent und gelegentlich viel gefährlicher, wie Busdorf nicht zuletzt am Beispiel eines Lynchmordes am Förster in – nein den Namen des Ortes hüllt er denn doch in Diskretion – zeigt. Der durch revolutionären Kontext außer Rand und Band geratene Mob tut das, was er immer tut: Morden im Sinne von breit hauen (Bd. II S. 287ff).

Zu loben ist aber auch die Aufführung von Vorschriften, Paragrafen und Ausführungsbestimmungen, mit denen Busdorf dem Forstbeamten helfen will, sich im Revier der Advokaten zurecht zu finden. Wo liegt Notwehr vor, wo nicht? Welche Durchsuchung darf wer durchführen, bzw. wie ist was am besten zu deklarieren. Auch wenn die ganzen Vorschriften nicht zu aktuellem Gebrauch mehr taugen – der Einblick in Zeitgeist und Persönlichkeit des Kriminalinspektors ist tief.

Nicht unerwähnt darf auch Busdorfs Sinn fürs Geschäftliche bleiben. Natürlich garniert er sein Werk mit zahlreichen Gruppenfotos von Teilnehmern der Kurse und Vorträge, die er schon geleitet hat – jeder der Abgebildeten wird das Buch kaufen wollen. Und – man möchte fast das moderne Fernsehgebaren erahnen –am Schluss der späteren Bände folgt noch jeweils ein zweiseitiger Werbetext für eine bestimmte Pistole, natürlich mit Abbildung. Diese Waffe ist – jeweils – das bisher Beste, was ein Polizist, Fortbeamter oder Kriminalist in die Hände bekommen kann!
Busdorf selbst bevorzugte übrigens – das entnimmt man bei Hobusch andernorts – Revolver.

Zusammenfassend handelt es sich bei vorliegender Ausgabe also ein rundum gelungenes Projekt, das man auch für ähnlich gelagerte Buchtraditionen weiter empfehlen kann!

Ein dickes Dankeschön an Verlag und Herausgeber erübrigt sich trotzdem – mit dem stolzen Preis von fast sechzig Euro darf ein solcher Dank als abgegolten gelten.

Reinhard W. Moosdorf







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