Arnold Brody

Die 7 groessten Raetsel der Wissenschaft

Sach. Claasen, ISBN: 3-546-00163-X

Arnold  Brody: Die 7 groessten Raetsel der Wissenschaft

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So was gibt´s leider nur in Amerika: Zwei Brüder, ein Rechtsanwalt und ein Zellbiologe, beweisen, daß auch Otto-Normalverbraucher die großen naturwissenschaftlichen Entdeckungen wirklich begreifen können. Schade, daß die Übersetzung schon im Titel des Buches "Die sieben größten Rätsel der Wissenschaft – und wie man sie versteht" den verbreiteten Irrtum fortsetzt, das englische "Science" heiße "Wissenschaft"; es heißt Naturwissenschaft, und nur darum geht es. Sonst ist nämlich auch die Übersetzung sehr gut und erreicht das erklärte Ziel: Nachzuholen nämlich, und zwar auf ebenso verständliche wie amüsante Weise, was die meisten Pauker uns als unendlich schwierig, langweilig und lebensfremd verkaufen.

Zum Beispiel die Erdanziehungskraft und die Grundgesetze der Physik. Zum Beispiel der Aufbau des Atoms und das chemische Periodensystem der Elemente. Oder: Warum zum Teufel sind subatomare Teilchen einmal das, was sie heißen, nämlich Materie-Teilchen, und ein andermal "Energiequanten"? (Nämlich anscheinend immer dann, wenn sie die Umlaufbahn um den Atomkern wechseln.) Und wieso kann eigentlich die Lichtgeschwindigkeit nicht überschritten werden – beziehungsweise: Was hat das mit Einsteins Relativitätstheorie zu tun? David und Arnold Brody vertreten die erfrischende Ansicht: "Wissenschaftliche Erkenntnisse und Entdeckungen sind viel zu interessant und wichtig, als daß man sie den Wissenschaftlern allein überlassen könnte".

Und so toben sie munter durch die Geschichte der Evolution und erklären wie nebenbei das Prinzip der natürlichen Auslese. Fast von selbst, so glaubt man beim Lesen, ergeben sich daraus in den beiden Schlußkapiteln die Grundbegriffe der Zellbiologie und Genetik mit der komplizierten Struktur des DNA-Moleküls. Wer dieses Buch liest, kann eine Menge lernen und sich dabei auch noch prächtig unterhalten. Ich bin kein Naturwissenschaftler, also konnte ich gut die Probe aufs Exempel machen: Am Ende hatte ich zwar nicht alles auswendig gelernt, aber tatsächlich begriffen. Und selbst wenn ich mir´s nur einbilde, ist das doch schon mehr als in der Schule, oder?

Die Autoren haben nämlich kein Lehrbuch geschrieben, sondern eine spannende Geschichte der Wissenschaften. Es ist die Geschichte von Menschen, die das herrschende Weltbild veränderten und die dafür gelitten haben – mal von der Inquisition bedroht, ein andermal "nur" von Kollegen angefeindet – beruflich unverstanden und im Privatleben einsam. Solche Lebensläufe, von Galileo Galilei, Isaac Newton, Niels Bohr und Marie Curie bis hin zu Albert Einstein, Charles Darwin, Gregor Mendel oder Francis Crick und James Watson, machen nicht neidisch. Man kann davon lernen und sich inspirieren lassen, aber man kann sie nicht planen oder gar nachahmen. Es geht auch nicht bloß um die Stars.

Je mehr Nobelpreisträger es gibt, desto weniger haben alle eine Chance, gleich bekannt oder gar gewürdigt zu werden. Das Drama des wissenschaftlichen Fortschritts kennt Gewinner, Verlierer und viele namenlose, tüchtige Assistentinnen. Immer schon ging es dabei auch um Wirtschaft und Politik, selten dagegen nur um hohe Ideale. So amüsant wie wohltuend wirkt dabei immer wieder die Erkenntnis: Auch Genies sind selten Engel und häufig arrogante Miststücke oder arme Kerle. Für die Brüder Brody zählen neben überragenden Fähigkeiten und Begabungen gleichberechtigt Schwächen und Laster, Glückspilze und Pechvögel.

Trotz aller Wissenschaft kommt in diesem dicken Buch nur eine einzige Gleichung vor, nämlich Einsteins berühmte Formel E = mc2 für die Umwandlung von Energie in Masse und umgekehrt. Sie dient aber nur der Illustration. Viel einleuchtender finde ich den Satz, daß nichts verlorengeht, kein bißchen Materie und kein bißchen Energie, und daß sich nur beide fortwährend eins ins andere umwandeln. Nur die wenigsten Forscher können sich allgemeinverständlich ausdrücken. Trösten wir uns mit dem Verdacht der Brüder Brody, daß dies auf einen Mangel an intellektuellen Fähigkeiten hinweise. Einstein selbst sagte: "Die Wissenschaft ist im Grunde nicht mehr als eine Verfeinerung des alltäglichen Denkens". Widmar Puhl, SWR 2






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