Bertolt Brecht

Stell dir vor, es kommen alle Frauen.

CD. Ithaka Verlag, ISBN: 3-933-39303-5

Bertolt  Brecht: Stell dir vor, es kommen alle Frauen.

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Eindeutig. Frau zu sein war mit Bertolt Brecht eine komplizierte Angelegenheit. Für die Frauen. Der Schriftsteller war ein Schwerenöter par excellence, der sich um die Meinung der Schönen, die er umwarb, nicht weiter scherte. Schon für den jungen Brecht standen die Prioritäten seines gesamten Lebens fest: den Trieb befriedigen, Texte publizieren, um damit berühmt zu werden.
Brecht war immer abstoßend und faszinierend zu gleich. In Joppe und gerne auch Cordhosen, schräg gegen den Strich der Mode, manierenlos und mit der Aura des Schmutzig-Verderbten ging er auf Partnerinnenfang. Hemmungen kannte er nicht. Selbstbewusst trug er seine Intellektualität zur Schau und hatte Erfolg. Laut Hanns Eisler reduzierten sich sexuelle Annäherungsversuche oft auf ein: Sag Ja.
Ihm ging es um die Eroberung und nachfolgende Ausbeutung der Frauen – im Dienste seiner Texte oder als Sexualpartnerinnen. Ausdauernd war er gerade nicht, weder als Mensch noch als Dramatiker. Aber dafür suchte er auch die Frauen und fand sie in solch kreativ-begabten wie der Hauptmann, der Berlau, der Fleißer oder der Steffin.
Brecht musste die Hauptrolle spielen. In der Beziehung zu Elisabeth Hauptmann nannte er sich gar Häuptling, und sie Squaw. Treue forderte er, gab sie jedoch selbst nicht. Brecht gab dafür Zynismus. Seine Partnerinnen machte er finanziell von sich abhängig und versuchte, sie stetig herabzusetzen. Monogamie war ihm fremd – sein Sohn Stefan decouvrierte die Rolle der Frauen deutlich: die Schwesternschaft nannte er jene. War er früher noch charmant und vehement, so wurde er später plump und müde. John Fuegi nannte ihn einen Altmeister im kunstvollen Einsatz bewährter aphrodisierender Zugaben wie Ruhm- oder Heiratsversprechungen.
Die beste Bindung zu Brecht sei die aus Distanz, sagte Helene Weigel. Los kam sie nicht von ihm. Wie die meisten. Der große B. lebte im Erfolg und war dank der begabten Partnerinnen doch oft nur Co-Autor seiner Werke. Die Verführten und jahrelangen Begleiterinnen Brechts machten sich dezidiert Gedanken über die Person Brecht. 31 auf Audio-CD gebannte Erinnerungen, Notate oder literarische Texte machen jetzt eine grundlegende Komponente der brechtschen Biografie deutlich. Es sind emotionale, aber nicht von Vorwürfen geprägte psychologische Miniaturen. Der Mensch Brecht wird mit jedem Satz besser erfahrbar. Das Genie bleibt, nur der Mythos ist passé.

(Ron Winkler)

Bertolt Brecht! Stell dir vor, es kommen alle Frauen. (Notate und Texte von Berlau, Hauptmann, Fleißer, Steffin, Zoff u.a.). edition voices 1998. CD. ISBN 3-933393-03-5






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