Gerald Brandt

Cora

Roman. Wiesenburg, ISBN: 3-932497-10-4

Gerald  Brandt: Cora

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Ein stehendes Wort besagt, daß das Leben die besten Geschichten schreibt. Nur schreibt das Leben diese Geschichten leider nicht auf, dazu bedarf es des Menschen. Und gäbe es nicht die vielen engagierten Klein- und Kleinstverlage, dann fänden so manche dieser durchaus lesenswerten Geschichten niemals den Weg zum Leser. So auch im Fall des Ende 1997 im WIESENBURG-VERLAG Schweinfurt erschienenen Kurzprosabandes "CORA - und andere böse Geschichten" von Gerald Brandt. Der Autor ist schon seit einigen Jahren aktiv im lokalen unterfränkischen Literaturbetrieb vertreten. Zum einen kennt man ihn durch seine regelmäßigen Veröffentlichungen in der Schweinfurter Zeitschrift Fliegende Literatur-Blätter, zum anderen gründete er Ende 1995 mit anderen Autoren zusammen in Würzburg ein eigenes Literaturmagazin mit dem Namen FISCH, welches sich mittlerweile auch überregional zu etablieren beginnt.

Die ´bösen´ Geschichten in CORA schildern durchgehend Menschen in Extremsituationen. Es wäre zuviel gesagt, wollte man behaupten, das Leben habe diese Geschichten tatsächlich selbst geschrieben; in jedem Fall aber hat es die Vorlagen geliefert, auf denen die Phantasie des Autors aufbaut, und die diese Fäden geschickt weiterspinnt. In einem der kühlen Grundstimmung der Texte sorgfältig angepaßten, leicht distanzierten Ton erzählt Gerald Brandt von "...Situationen, die es jeden Tag um uns herum wirklich gibt - die einen mehr, die anderen weniger im Licht der Öffentlichkeit." [Klappentext] Stilistisch wie inhaltlich sieht sich der Autor der Tradition der amerikanischen short story verpflichtet. Zu seinen Vorbildern in dieser Richtung zählen Bierce und Hemingway ebenso wie T.C. Boyle und John Irving.

Die Themen reichen vom Amoklauf eines Familienvaters (ein authentischer Fall übrigens) über ganz alltägliche Kneipenszenen bis hin zur beengenden Angst um die eigene Liebesfähigkeit, der sich die Hauptfigur in der Geschichte "Schatten" plötzlich gegenübergestellt sieht. Aber auch wirklich heiße Eisen, wie etwa Vergewaltigung und Sodomie, werden nicht ausgespart, wenn es darum geht, den ganz normalen Wahnsinn in unserer scheinrationellen, gefühlsverweigernden Gesellschaft zu entlarven und zur Diskussion zu stellen. Daß der Autor gerade in solchen Fällen nicht ausführlich erklärt, was seine pathologischen Figuren zu ihren Taten treibt, führt dazu, daß es häufig an jenem überheblich-behaglichen Abstand zwischen dem Leser und diesen kranken Charakteren fehlt, der andernfalls dafür sorgen würde, daß man sich nach der Lektüre erleichtert zurücklehnen und sagen kann: "Ja - so sind diese verrückten Typen eben!" Hier aber wird mit wenigen souveränen Strichen eine Situation gezeichnet, mit der der Leser sich anschließend alleine auseinandersetzen, von der er sich selber aktiv distanzieren muß. Und genau darin liegt auch das erzählerische Kunststück in "CORA - und andere böse Geschichten".

(carpe)

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