John Banville

Athena

Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, S. Fischer. ISBN: 3-596-13846-9

John  Banville: Athena

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Roman

Übers. v. Faschinger, Lilian
288 S.
Gebunden

Kiepenheuer und Witsch 1996

ISBN: 3-462-02564-3

"Muß weg. Tut mir leid. Schreib mir". Mit diesen kurzen Bemerkungen beendet die Frau A. die leidenschaftliche Affäre mit Morrow.

Und Morrow kommt der Aufforderung nach, in ausschweifenden, sehr detailreichen Kapiteln rekapituliert er die Beziehung zu A., die eine maßlose Liebe war. Ein Auftrag hatte ihn in ein Dubliner Haus geführt. Acht Barockgemälde dubioser Herkunft sollte er auf ihre Echtheit überprüfen. Morrows Expertisen werden zu literarischen Bildbeschreibungen, wie Abbildungen sind sie zwischen die Kapitel geheftet. Die Bilder sind gestohlen und Morrow weiß das. Seine Aufzeichnungen sind eine Mischung aus Liebesgeschichte und Kriminalstory, bei der er immer weniger zwischen Wahrheit und Vortäuschung unterscheiden kann. Nebenbei muß er sich um seine exzentrische alte Tante kümmern, die nicht immer die ist, die sie zu sein scheint. Zuletzt tun sich Abgründe auf: Die Liebe zu A. wird von seltsamen Obsessionen begleitet, Exhibitionismus, sadistischen und masochistischen Bedürfnissen. In der Umgebung des Hauses geht ein Ritualmörder um, Morrow bekommt es mit einem Kommissar und einem mysteriösen Großgangster namens "Pa" zu tun. Eigentlich der Stoff für eine interessante Geschichte - sollte man meinen.

Von einem vielschichtigen, spannenden Roman ist der von vielen Kritikern hochgelobte Roman "Athena" allerdings weit entfernt. Irgendwie hat mich das Gewirr von Liebe und Bilderfälschung, Mord und Obsession überhaupt nicht interessiert. Zwar taumelt Morrow in ein Labyrinth von Schein und Wirklichkeit, doch an vielen Stellen des Buches scheint es, als entgleite die Sprache dem Erzähler, die Beschreibungen der Liebesbeziehung sind endlos, sehr detailliert und auf die Dauer ermüdend. In jedem Kapitel setzt der Erzähler an, die Faszination der Geliebten zu beschreiben, bald wirkt das Ganze nur noch geschwätzig und vieles scheint überflüssig. Der Erzähler erinnert sich an alles, ohne genau zu wissen, ob es wirklich so passiert ist, er erzählt vorsichtig, laviert zwischen "scheint so" und "wahrscheinlich" hin und her, doch die Hauptperson bleibt seltsam unwirklich, sie scheint von den Geschehnissen nicht berührt oder verwirrt. Um den Leser über 284 Seiten bei der Stange zu halten, ist dies entschieden zu wenig.

Christoph Steven






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