Paul Auster

Timbuktu

Roman. Rowohlt, ISBN: 0-571-19197-5

Paul  Auster: Timbuktu

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Mr. Bones, von dem im Buch dauernd die Rede ist, ist gar kein Mister. Vielmehr begleitet er vierbeinig den sterbenskranken Obdachlosen Willy G. Christmas, der eigentlich William Gurevitch heißt und in Baltimore sein letztes Stündlein erwartet. Mischling Bones und Willy suchen dort die Englischlehrerin Bea Swanson. Ihr wollen sie Willys vierundsiebzig Notizbücher anvertrauen, die er zeitlebens dichtend vollgeschrieben hat. Mr. Bones erzählt die Geschichte des unkonventionellen Willy Christmas, der schon frühzeitig nicht nur auf eine schiefe sondern auf eine sehr abschüssige Bahn geriet, nicht mit eigener Hundestimme. Diesem literarischen Kunstgriff ist Paul Auster im Roman "Timbuktu" glücklicherweise aus dem Weg gegangen.

Willy suchte immer Streit mit seiner Mutter. "Ihr Widerstand reizte ihn, drängte ihn zu immer extremeren Haltungen, und als es Zeit wurde, das Haus zu verlassen und aufs College zu gehen, hatte er sich ganz auf seine selbstgewählte Rolle als unzufriedener Rebell, als geächteter Poet, der durch die Gosse einer kaputten Welt streift, festgelegt." In Mr. Bones findet er schließlich einen Kumpan, der ihm nur in Gedanken widerspricht und der ihm seine Treue auf vier Pfoten ständig nachträgt. Der exotische Buchtitel täuscht etwas über die wahre Geschichte dieser Mensch-Hund-Beziehung. Jedenfalls erfährt Mr. Bones den sophistischen Hintergrund dieses Namens. "Dorthin gingen die Menschen, wenn sie starben. Wenn die Seele den Leib verlassen hatte, wurde der Körper im Boden vergraben, und die Seele entschwebte in die jenseitige Welt. Willy ritt nun schon seit Wochen auf diesem Thema herum, und der Hund hegte nicht den geringsten Zweifel daran, dass diese Welt existierte. Sie hieß Timbuktu, und nach allem, was Mr. Bones herausfinden konnte, lag sie irgendwo inmitten einer Wüste, weit weg von New York oder Baltimore, weit weg von Polen oder irgendeiner der Städte, die sie auf ihren Wanderschaften besucht hatten."

Mr. Bones träumt stellvertretend für Willy dessen reale Situation nach: Auf einer imaginären Ebene trifft der Vagabund "seine" Mrs. Swanson. Als Willy nach Timbuktu aufbricht, muß Mr. Bones aus reinem Lebenserhaltungsinteresse fliehen. Ohne seinen Beschützer Willy lernt er nun das gefährliche Leben auf der Straße erst richtig kennen. Nach langer Reise findet er bei der Familie Jones ein neues zu Hause. Des Weglaufens müde, lässt er sich trotz einiger Schwierigkeiten auf dieses Heim ein. Sie taufen ihn auf den Namen "Sparky" und machen aus ihm einen "ordentlichen" Hund. Mr. Bones durchlebt eine Art Waterloo für Hunde, als er gegen den Willen der Hausherrin kastriert wird. Weil er die Sprache der Menschen versteht, sie aber selbst nicht spricht, bleibt Mr. Bones als Wesen überzeugend.

Der Ausgang der Geschichte zeichnet die Hoffnung auf ein besseres Leben: Timbuktu ist gar nicht so fern, wie landläufig angenommen wird. Wenn das Buch für Paul Auster eine Erholung vom anstrengenden Schreiben über New York sein sollte, dann ist ihm das zufriedenstellend gelungen. An die fesselnde Leidenschaft seiner früheren Bücher konnte er jedoch nicht heranreichen.






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