Patricia Anthony

Gottes Feuer

SF. Heyne, München. ISBN: 3-453-16169-6

Patricia  Anthony: Gottes Feuer

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Die Epoche, die heute als Barock bezeichnet wird, hatte viele interessante Aspekte. Einerseits war sie geprägt von der Gegenreformation und religiösem Fanatismus. Die Menschen versuchten, wieder eine Art Ordnung in ihr Weltbild zu bringen. Die Überschaubarkeit des Mittelalters war im Äußeren von den wissenschaftlichen Entdeckungen Newtons, Kopernikus und Galileis zertrümmert worden, im Inneren sorgte der Humanismus und die Reformation mit der Wiederentdeckung der Individualität für einschneidende Umwälzungen. Die Menschheit notierte in ihr Journal: "Himmel abgeschafft" - auf diese griffige Formel hat es Brecht gebracht. Inmitten dieser gewaltigen Umwälzung lässt die Autorin den unwiederbringlichen Beweis stürzen, dass die Heilsgeschichte nur eine Randnotiz in der kosmischen Chronologie ist. Ein UFO fällt im Jahr 1600 in Portugal vom Himmel. Genau auf eine Stelle, an der die Inquisition mit ihrem Versuch, die alte Ordnung zu bewahren, besonders brutale Blüten trieb. Die Kirche, bzw. diese Versammlung alter Männer, die sich schon immer als Mittler zwischen Gott und der Menschheit verstand, muss natürlich Einschreiten, um diesen Ketzereien, die kurz nach dem Auftauchen der vermeintlichen Engel ins Kraut schießen, Einhalt zu gebieten. Die Mittel dafür sind schon tausendfach erprobt und in ihrer Wirksamkeit bestätigt: Folter und die reinigende Wirkung eines brennenden Scheiterhaufens ... Meister Proper für die Seelen.

Anmerkung: Na ja. Was soll ich mich großartig über dieses Buch aufregen. Die Frau, die dieses Buch schrieb, hätte jemanden fragen sollen, der sich mit sowas auskennt: Die weiblichen Protagonisten sind allesamt ausgenützte, missbrauchte Wesen, die von der männlich dominierten Welt unterdrückt werden, weil die Männer mit ihrer Sexuallität nicht klarkommen. Die Priester sind entweder fresssüchtig oder Päderasten, weil sie ja von Amts wegen nicht vögeln dürfen. Der einzige Normale hat ne Frau nebenher. Die Nebencharaktere sind eigentlich keines Wortes würdig: klischeebehaftete Abziehbilder wäre ein Lob. Dazu kommen zwei Erzählstränge, die so sinnlos aneinandergeklatscht werden, dass es fast eine Qual ist, der hektisch hin- und herspringenden Handlung zu folgen. Dass das ganze lächerlich schlecht recherchiert ist und die Inquisition einfach als Vehikel für die wirren Ansichten der Autorin, bar jeglicher historischen Fundierung, herhalten muss, dürfte da auch nicht weiter überraschen. Frauen könnte diese Buch durchaus gefallen, die meisten wussten ja schon immer, dass alle Männer schwanzgesteuerte Monster sind. Der Rest der Menschheit lässt besser die Finger weg, denn die paar guten Ideen, die am Schluss auftauchen, verhindern zwar eine 1-Punkt-Wertung, retten aber den Lesegenuss auch nicht mehr.

Christian Plötz






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